Ein Artikel der Redaktion

Nach „Nathan der Weise“ Gespräch mit Bischof Bode im Theater Osnabrück

23.02.2017, 08:00 Uhr

A. Osnabrück. Im Anschluss an die Vorstellung von „Nathan der Weise“ am kommenden Freitag (24. Februar) trifft Theater-Dramaturg Jens Peters den Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode im Oberen Foyer im Theater am Domhof (Beginn ca. 21.15 Uhr).

Dort werden sie gemeinsam Fragen diskutieren, die Lessings Text und seine berühmte Ringparabel aufwerfen wie zum Beispiel: Ist Toleranz gegenüber Andersdenkenden- und gläubigen immer noch eine ferne Utopie? Welche Chancen und Herausforderungen liegen in der zunehmenden Vielfalt der Religionen in Deutschland und einer Stadt wie Osnabrück im Speziellen?

Unser Kritiker Stefan Lüddemann schrieb über die Premiere: „Dominique Schnizer zeigt in Osnabrück den „Nathan“ in einer scharfkantige Version, die Konflikte herausstellt. Sprache wird dabei zur Waffe. Sie verliert jene Qualität, die Lessing ihr in seinem Text gegeben hatte – zum Medium einer Verständigung zu werden, die Spannungen nicht nur überbrückt, sondern sie nachhaltig zu vermitteln versteht. Der Osnabrücker „Nathan“ steht auf der Höhe einer Zeit, die von Terror, neuem religiösem Fundamentalismus und eiferndem Rechtspopulismus geprägt ist. In der stark gekürzten Version verliert der Text allerdings an diskursiver Tiefenschärfe und an sprachlicher Schönheit. Gleichviel. Das Theater Osnabrück bietet den Klassiker in einer Version, die neu zur Debatte taugt. Damit ist viel gewonnen“.