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Nach Frankreich umgezogen Schimpansenweibchen verlassen Osnabrücker Zoo

Von PM. | 01.02.2017, 15:34 Uhr

Zwei Schimpansenweibchen haben in dieser Woche den Osnabrücker Zoo verlassen. Die in Osnabrück geborenen Tiere sollen im westfranzösischen Tierpark „La Vallée des Singes“ Teil einer neuen Zuchtgruppe werden.

Die beiden 2008 und 2009 im Zoo Osnabrück geborenen Schimpansen-Weibchen Lila und Panja verließen den Schölerberg nach Angaben des Zoos schon am Montag in Richtung Frankreich. Dort gründen sie im Tierpark „La Vallée des Singes“ zusammen mit einem weiteren Weibchen aus einem anderen europäischen Zoo und den vier bereits ansässigen Männchen eine neue Zuchtgruppe. Der zuständige Zuchtbuchkoordinator des Europäischen Erhaltungsprogramms (EEP) habe die Abgabe der beiden acht und neun Jahre alten Weibchen an den französischen Zoo empfohlen, heißt es in der Zoo-Mitteilung. (Weiterlesen: Neue Elefanten für den Osnabrücker Zoo) 

Grünes Licht für Umzug

Bislang lebte in dem französischen Zoo eine reine Junggesellengruppe. Nun hat der Tierpark grünes Licht für die Nachzucht dieser vom Aussterben bedrohten Primatenart bekommen. „Tiere geben wir immer mit einem weinenden und einem lachenden Auge ab“, wird Tobias Klumpe, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Zoo Osnabrück zitiert. „Einerseits sind wir natürlich traurig, dass die beiden uns verlassen, andererseits ist es sehr erfreulich, dass Lila und Panja in Frankreich maßgeblich zum Erhalt dieser Primatenart beitragen können“, so Klumpe weiter. Schimpansen werden mit acht bis neun Jahren geschlechtsreif und die Weibchen verlassen zu diesem Zeitpunkt auch in der Wildbahn ihre Familie um eine eigene zu gründen. (Weiterlesen: Mehr Geschichten aus dem Osnabrücker Zoo lesen Sie im NOZ-Themenportal.) 

Umfassende Untersuchung

Rund drei Wochen vor der Abgabe wurden Lila und Panja umfassend untersucht. In einer allgemeinen Untersuchung wurde die körperliche Verfassung geprüft sowie der Zahnstatus erhoben. Weiterhin wurden Blut- und Kotproben auf Parasiten und Infektionen untersucht. Begleitet wurden die beiden Osnabrücker Weibchen von ihrer Tierpflegerin Nina Gangei. „Für mich ist diese Reise nicht nur spannend, weil ich Lila und Panja begleiten kann, es ist für uns Tierpfleger auch immer interessant, sich andere Zoos anzuschauen und sich mit den Pflegern vor Ort auszutauschen. Es gibt immer etwas, was sie dort anders machen als wir. Das bringt uns neue Ideen für unsere Haltung“, sagt die Tierpflegerin. (Weiterlesen: Zoo zählt seinen Tierbestand) 

Anlage ähnelt der in Osnabrück

Drei Tage bleibt sie vor Ort und macht sich einen Eindruck vom neuen Zuhause der Schimpansen: „Die Anlage hier ist ebenfalls sehr schön und für Schimpansen optimal. Sie ist groß und bietet ihnen mit dem dichten Naturbaumbestand gute Kletter- und Rückzugsmöglichkeiten“, beschreibt die Tierpflegerin das Gehege. „Abgetrennt von den Besuchern ist die Anlage hauptsächlich durch einen Wassergraben, den Lila und Panja von ihrer Außenanlage in Osnabrück auch schon kennen. So sollte die Eingewöhnungsphase problemlos verlaufen“, so Gangei weiter.

Sieben Schimpansen im Osnabrücker Zoo

Im Osnabrücker Zoo lebt in der afrikanischen Tierwelt „Takamanda“ nun noch eine Gruppe von insgesamt sieben Schimpansen: Anführer Tatu (28 Jahre) mit den vier Weibchen Lady (48), Vanessa (35), Vakanga (22) und Tisa (15) sowie dem Nachwuchs aus dem Jahr 2014, Helmut und Tamika.