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Nach Distanzierung Anti-Pegida-Demo will NoPegida mit im Boot haben

Von Sven Kienscherf | 13.01.2015, 19:30 Uhr

Nachdem die Facebook-Gruppe NoPegida sich von der für Montag angekündigten Demonstration distanziert hat, äußerte der Organisator der Kundgebung die Hoffnung, die Gruppe werde es sich noch anders überlegen.

Harald Klausing, der die Demonstration angekündigt hat , sagte gegenüber unserer Redaktion am Dienstag, er hoffe, dass NoPegida doch noch an der Demonstration teilnehme, anstatt sie zu spalten. Er rechne mit deutlich mehr als 1.000 Teilnehmern. „Von 65 angefragten Organisationen haben bereits 20 ihre Beteiligung zugesagt“, sagte Klausen.

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Darunter seien Parteien ebenso wie Kirchengruppen und muslimische Gemeinden. NoPegida kündigte auf ihrer Facebook-Seite an, noch einmal mit den Beteiligten zu sprechen. Der Grund für die Distanzierung ist laut Erklärung unter anderem der Titel der Demo „Wir sind Charlie, nicht Pegida!“

Opfer nicht instrumentalisieren

„Wir möchten die Geschehnisse in Paris nicht für eine Demonstration instrumentalisieren, sondern kritisieren Rassismus, Islamophobie und Fremdenfeindlichkeit grundsätzlich“, heißt es. Zudem habe es organisatorische Uneinigkeiten gegeben. Für eine persönliche Stellungnahme war NoPegida zunächst nicht zu erreichen. Auf Facebook gab es sowohl Kritik als auch Zuspruch.

Einige Kommentatoren waren der Meinung, man solle sich nicht mit Parteien auf eine Demo stellen, die ebenfalls das Recht auf Asyl einschränken wollten, andere forderten Einigkeit. Die NoPegida-Seite zählt mittlerweile über 6.800 Likes.

Die Pegida-Seite, die die Demonstration maßgeblich ausgelöst hat, zählt mittlerweile über 1.000. Auf der Seite wird am Dienstag auf einen Livestream von Phoenix hingewiesen. Der Sender überträgt eine Mahnwache der muslimischen Verbände in Berlin, die unter dem Motto steht: „Terror nicht in unserem Namen.“