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Nach dem Verkauf Neuer Besitzer, neuer Name: Aus buw wird Convergys

Von Wilfried Hinrichs | 21.02.2017, 07:00 Uhr

buw war einmal, es lebe Convergys: Der Osnabrücker Kommunikationsdienstleister firmiert ab Dienstag unter dem Namen des neuen Eigentümers.

Die buw-Gründer Jens Bormann und Karsten Wulf hatten ihr Unternehmen im August 2016 an den amerikanischen Konzern Convergys für 123 Millionen Euro verkauft. Jetzt folgt dem rechtlichen Schritt auch der äußerliche Wandel: Die buw-Marke verschwindet von den Briefköpfen, Visitenkarten und vom Dach des Hauptsitzes im Gewerbegebiet in Hellern. „Wir sind jetzt Convergys“, sagt Geschäftsführer Hartmut Anderer. buw – also Convergys – präsentiert sich auf der am Dienstag beginnenden, dreitägigen Call-Center-World in Berlin, einer der wichtigsten Messen der Branche.

Wachstum um zehn Prozent angepeilt

Ein knappes Dreivierteljahr nach der Übernahme durch den international tätigen Konzern aus Cincinnati sei das Unternehmen „gut aufgestellt“, sagt Anderer, der die deutsche Convergys-Tochter zusammen mit Bernd Rehder leitet. Gut aufgestellt heißt: Der deutsche Unternehmensteil will auf dem deutschen Kernmarkt aus eigener Stärke weiter wachsen und zugleich das internationale Geschäft ausweiten. Sie seien „extrem gut aus dem vergangenen Jahr herausgegangen“ und „extrem gut ins neue Jahr gestartet“, so Anderer. Ziel sei es, in diesem Jahr um zehn Prozent zu wachsen. Der Jahresumsatz liegt zurzeit bei etwa 160 Millionen Euro.

Die Unternehmenskulturen von buw und der amerikanischen Mutter seien zwar unterschiedlich, aber das Verhältnis sehr kollegial, freundschaftlich und auf Augenhöhe. „Wir führen das Beste von beiden Seiten zusammen“, so Anderer. Und: „Das ist zwar ein Mutter-Tochter-Verhältnis, aber die Amerikaner lassen uns freie Hand, wir können die Märkte selbstständig bearbeiten.“

International wettbewerbsfähig

Die Gründer Bormann und Wulf hatten ihr Unternehmen verkauft, weil es nach ihrer Überzeugung im Wettbewerb mit international tätigen Konzernen irgendwann nicht mehr würde mithalten können. Convergys soll mit seinem technischen Wissen, seiner Kapitalkraft und seinem internationalen Netzwerk der deutschen Tochter den weltweiten Markt öffnen. buw war, obwohl die Nummer drei Callcenter- und Outsourcing-Dienstleister in Deutschland, nach Meinung der Gründer zu klein, um langfristig auf dem härter werdenden Markt bestehen zu können. Mit dem Verkauf, so versicherten sie auf ihrer Abschiedstour durch die 19 Standorte in Deutschland, Ungarn und Rumänien, würden die Arbeitsplätze langfristig gesichert. buw – also Convergys – beschäftigt 7000 Menschen.

Freie Stellen

Der tränenreiche Abschied von den Gründer ist verarbeitet . Die Belegschaft gehe „selbstbewusst und hoch motiviert“ die Herausforderungen an, sagt die Leiterin des Standortes Osnabrück, Petra Wübbolt. Wachstumshemmend sei allein der Mangel an Personal, so Wübbolt weiter. „Es mangelt nicht an Aufträgen, es mangelt an Mitarbeitern.“ buw – also Convergys – biete mit einem Einstiegsstundenlohn von neuen Euro mehr als in der Branche üblich und allerlei Zugaben, die die Arbeit angenehmer machten. Und: Die Zeit des reinen Telefon-Jobs sei vorbei. Die Aufgabe eines Callcenter-Agenten werde mit der technischen Entwicklung und den wachsenden Ansprüchen der Kunden immer anspruchsvoller.