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Müll kommt noch in andere Anlagen Brand im Osnabrücker Recyclingcenter längster Einsatz der Feuerwehr

Von Dietmar Kröger | 16.06.2016, 16:24 Uhr

Es war der längste Einsatz in der Geschichte der Osnabrücker Feuerwehr: der Brand auf dem Gelände des Helector Recyclingcenters. Vom 5. bis zum 11. Mai waren Berufsfeuerwehr und die Freiwilligen Wehren der Stadt im Einsatz. Noch drei Monate wird der Müll in andere Anlagen gebracht.

Der Brand war am Morgen des Himmelfahrttages im Anlieferungsbunker des Unternehmens ausgebrochen. Etwa 1800 Kubikmeter Müll waren betroffen. „Die Löscharbeiten waren schwierig, weil der Müll mit einem Bagger aus der Halle geholt werden musste, um ihn ablöschen zu können“, sagt Heiko Schnitker, Abteilungsleiter Einsatz der Feuerwehr, der den Brand jetzt aus feuerwehrtechnischer Sicht aufgearbeitet hat.

Der in der Halle montierte Kran hatte aufgrund der großen Hitzeentwicklung, Schnitker schätzt die Temperaturen bis auf etwa 1000 Grad, den Geist aufgegeben. So musste der Müll Baggerschaufel für Baggerschaufel aus der Halle geholt werden, damit er auf dem Freigelände abgelöscht werden konnte. Gleichzeitig musste die Halle mit einem starken Ventilator, der von der Feuerwehr in Friesoythe hinzugerufen worden war, belüftet werden.

Frühere Brände schnell unter Kontrolle

Brände in Unternehmen der Müllverarbeitung sind keine Seltenheit. „Der Müll ist in der Regel leicht entzündbar“, weiß Schnitker, der sich gut an Brände auf der Deponie am Piesberg erinnern kann, die allerdings leichter zu löschen waren. Auch in der Recyclinganlage am Fürstenauer Weg hat es in der Vergangenheit immer wieder kleinere Brände gegeben, die aber in der Regel schnell unter Kontrolle waren.

Am Vatertag war die Situation dann allerdings eine gänzlich andere. In der Hochphase der Löscharbeiten waren nach Schnitkers Worten bis zu 180 Einsatzkräfte vor Ort. Das Zusammenspiel zwischen Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr klappte einmal mehr. Auch das Technische Hilfswerk kam zum Einsatz.

Der eigentliche Brand sei nach etwa vier Stunden unter Kontrolle gewesen, so Schnitker. Allerdings zogen sich die Nachlöscharbeiten bis zum 11. Mai hin. Kontinuierlich seien etwa 20 Kräfte an diesen Tagen im Einsatz gewesen.

Als Ursache für das Feuer haben Brandermittler eine Selbstentzündung diagnostiziert. Das gilt auch für den zweiten Brand im Stabilatlager , der die Feuerwehr am 7. Mai zusätzlich kurzfristig in Atem hielt.

Firma brandschutztechnisch gut ausgestattet

„Müll ist immer ein Problem“, sagt Schnitker. Die starke Staubentwicklung und die bei der Verrottung entstehende Prozesswärme führen nach seinen Worten wie im vorliegenden Fall schnell zu einer Selbstentzündung. Das Unternehmen am Fürstenauer Weg sei brandschutztechnisch gut ausgestattet gewesen, so Schnitker.

Der Müll aus Stadt und Landkreis, der bei Helector verarbeitet wird, muss derzeit auf dem Piesberg zwischengelagert werden, bevor er mit Lkw in andere Recyclinganlagen gebracht werden kann. Das wird noch ungefähr drei Monate der Fall sein. So lange wird das Unternehmen brauchen, um die vom Feuer zerstörte Halle wieder betriebsbereit zu machen. Das teilt Roland Elmenhorst auf Nachfrage mit. Der Helector-Betriebsleiter bedankte sich bei den Einsatzkräften von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr, die sehr gute Arbeit geleistet hätten.

Schaden wird auf eine Million Euro geschätzt

Den Schaden schätzt er auf etwa eine Million Euro. Glück im Unglück hatte das Unternehmen, weil nach Gutachtermeinung an den Gebäudeteilen und am Kran keine statischen Schäden durch die Hitzeentwicklung entstanden sind. Derzeit sind die Helectormitarbeiter mit Reparaturarbeiten beschäftigt. „Wir haben viel Geld in Brandschutz- und Brandbekämpfung investiert“, sagt Elmenhorst. Die technische Entwicklung auf diesem Sektor mache kontinuierlich weitere Fortschritte.