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Modernisierte Tradition Osnabrücker Künstler entwirft Bilder für Jugendkreuzweg

Von Markus Strothmann, Markus Strothmann | 09.03.2017, 13:05 Uhr

„JesusArt?!“ lautet das Motto des ökumenischen Jugendkreuzweges 2017. Am Mittwochabend trafen sich Osnabrücker Jugendliche mit dem Künstler Mika Springwald an der Katholischen Familienbildungsstätte, um den neuen Kreuzweg zu vollenden.

Die Bilder sind in Stencil-Art gestaltet: Mit mehreren Schablonen werden die Motive Schicht für Schicht gesprüht. Die nötigen Vorarbeiten hatten bereits am Samstag Firmlinge aus Eversburg und Pye erledigt.

Julian Rörig war als erster dran, Künstler und Sozialarbeiter Mika Springwald gab Instruktionen: „Wenn du mit Gefühl sprühst, brauchst du nur halb so viel Farbe.“ Wenige Minuten draufgehalten, dann kam der nächste dran. Julian zur Motivation für sein Kommen: „Ich hatte Bock, mal zu sprühen, darum bin ich heute hier.“

Die Stencil-Art-Technik hat Mika Springwald vor einigen Jahren von chilenischen Künstlern gelernt, mit denen er bei einem Projekt der Don-Bosco-Jugendhilfe zusammenarbeitete. Der Vorteil: „Der Erfolg ist garantiert, es entsteht am Ende immer das gewünschte Motiv.“

Neues Konzept kommt an

Trotz endlosen Nieselregens fand sich eine ansehnliche Gruppe von Jugendlichen ein auf dem Parkplatz an der Fabi, um im Anschluss an die Spray-Aktion die Kreuzweg-Andacht zu feiern – mit Livemusik und großflächigen Projektionen der Bilder per Beamer.

Pastor Thomas Herzberg freute sich darüber, dass so viele da waren. „Den ökumenischen Jugendkreuzweg gibt es seit ungefähr 30 Jahren. Er ist ein Versuch, Jugendliche auf zeitgemäße Weise heranzuführen an die alte Andachtsform der Kreuzwegbetrachtung. Wir haben zuletzt zwei Jahre Pause gemacht, weil wir mit dem Konzept nicht zufrieden waren. Der modernere Ansatz gefällt uns sehr gut.“

Motive werden bundesweit gesprüht

Diese Unzufriedenheit mit dem hergebrachten Konzept teilte Mika Springwald. „Man hat gemerkt, dass der Kreuzweg sich von den Jugendlichen entfernt. Vor zwei Jahren haben wir dann in Geldern am Niederrhein mit einer Gruppe von Firmlingen überlegt, wie wir den Kreuzweg ins Heute holen können, und dabei ist die Idee entstanden, mit dieser modernen Arbeitstechnik zeitgemäße Motiven zu schaffen.“

Bischöfe gaben ihren Segen

Es dauerte dann noch eine Weile, bis die Bischofskonferenz die Aktion absegnete, aber es passierte: Dieses Jahr verwenden die Gruppen in ganz Deutschland Mika Springwalds Motive für den Jugendkreuzweg.

Eine Person im Seuchenschutzanzug, ein kauernder Obdachloser, ein Mädchen mit zerrissener Puppe: Die Bilder symbolisieren Leid und Mangel. Ein Mann in Rettungsweste kann als Flüchtling gedeutet werden – muss aber nicht: „Für mich steht die Weste eher für Rettung und für Erlösung“, so Thomas Herzberg.

Die Bilder des Jugendkreuzweges sind vom 1. bis 12. März auch im Forum am Dom zu sehen.

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TEASER-FOTO: