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Modellbauer Konrad Schäfer Neue Hallen für Prototypen aus Osnabrück

Von Alexander Klay | 18.07.2014, 19:06 Uhr

Ob Audi, BMW oder Mercedes – wenn Autohersteller ein neues Modell planen, entsteht das erste Modell meist in In Handarbeit werden – teils fahrfähige – Prototypen bei der Konrad Schäfer GmbH gebaut. Mit einem am Freitag fertiggestellten Modellbau-Kompetenzzentrum will der Mittelständler nun deutlich wachsen.

Der 3000 Quadratmeter große Neubau im Stadtteil Eversburg hat rund vier Millionen Euro gekostet. „Die ersten Wochen der Feuertaufe sind überstanden“, sagte Geschäftsführer Jörg Kieback auf der Einweihungsfeier. Einige Bereiche des Neubaus waren bereits in Betrieb, andere sind erst in der Nacht zu Freitag fertig geworden. „Es war das größte Bauprojekt in der Geschichte der Firma Schäfer.“

Entstanden sind neue Büroräume, Werkstätten, eine Lackieranlage, aber vor allem fünf neue Studios, in denen die Prototypen in Handarbeit entstehen. Drei Aspekte hätten bei dem Projekt im Mittelpunkt gestanden: Geheimhaltung, Daten- und Objektsicherheit und effektivere Arbeitsprozesse, sagte Kieback.

Geheimhaltung spielt in dem Unternehmen eine große Rolle. Besucher wie Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert und konnten zwar in der Designstudie BMW I12, heute als Elektro-Sportwagen i8 bekannt, Platz nehmen. Woran in den Werkstätten zurzeit gearbeitet wird, durften die Mitarbeiter nicht Preis geben – für die Hersteller ist das ein höchst sensibles Thema, hieß es.

Bei der jetzt fertiggestellten Erweiterung, für die eine alte Halle weichen musste, soll es nicht bleiben. Setzt sich die positive wirtschaftliche Entwicklung fort, könne 2016 ein zweiter Bauabschnitt ähnlichen Ausmaßes folgen. Die Baugenehmigung liegt laut Geschäftsführer Kieback vor – zunächst müsse jedoch der Neubau ausgelastet sein.

Die Konrad Schäfer GmbH wurde 1901 in Mühlhausen, Thüringen, gegründet. Rund 200 Mitarbeiter arbeiten am heutigen Unternehmenssitz in Osnabrück, davon 30 Auszubildende. Die Belegschaft werde weiter wachsen, kündigte Kieback an, aktuell laufen mehrere Stellenausschreibungen. Neben ganzen Prototypen gehören Designmodelle, Leuchtentechnik, Prüflehren, aber auch der Formenbau, etwa für Airbus-Zulieferer, zur Angebotspalette.

Das Unternehmen gehört – wie auch der Osnabrücker Formteileproduzent Kieback – zur Indus AG. Die deutsche Mittelstandsholding zählt rund 40 Tochterunternehmen. Der Börsenwert der Aktiengesellschaft liegt bei rund einer Milliarde Euro. „Wir sind überzeugt, dass wir Schäfer mit dieser Investition zukunftsfest machen können“, sagte Vorstandschef Jürgen Abromeit.

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