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Mittlerweile 2600 Flüchtlinge In Hesepe entstehen winterfeste Unterkünfte

Von Franz-Josef Raders | 23.10.2015, 16:15 Uhr

Die Landesaufnahmestelle für Flüchtlinge in Bramsche-Hesepe bereitet sich mit dem Aufbau winterfester Unterkünfte auf die kalte Jahreszeit vor. Mittlerweile befinden sich rund 2600 Asylbewerber in der Erstaufnahmeeinrichtung.

Noch Mitte dieses Monats hatten sich auf dem Gelände der Flüchtlingsunterkunft knapp 4000 Menschen aufgehalten. Die Situation habe sich entspannt, sagte am Freitag Klaus Dierker, der die Landesaufnahmestelle in Hesepe seit zwei Wochen leitet. Fast alle Flüchtlinge seien registriert. Auch die Personalien der täglich neu eintreffenden 150 bis 200 Menschen könnten innerhalb von 24 Stunden erfasst werden. Der Einrichtungsleiter führt dies auch auf die vorübergehenden personelle Unterstützung durch die Polizei zurück, mit deren Hilfe Registrierungsverfahren in 15 bis 20 Minuten pro Person abgewickelt werden könnten. Vor seiner Berufung zum Chef der Flüchtlingsunterkunft war Dierker selbst als Polizeibeamter mit dieser Aufgabe betraut.

Auf 100 Mitarbeiter aufgestockt

Wegen des großen Andrangs in Hesepe ist das Personal von rund 60 auf etwa einhundert Mitarbeiter aufgestockt worden, darunter auch vorübergehend Beschäftigte von Fremdfirmen. Die Arbeitsabläufe der erfahrenen und der neuen Mitarbeiter so aufeinander abzustimmen, dass Routine in den Alltag einkehrt, bezeichnet Dierker derzeit als die größte Herausforderung.

Mit Schotter befestigt

 Sichtbare Betriebsamkeit herrscht in diesen Tagen auf dem ehemaligen Sportplatz der Erstaufnahmeeinrichtung, auf dem am Wochenende die letzten 30 der ursprünglich 60 nicht winterfesten sogenannten Katastrophenschutzzelte von der Johanniter-Unfall-Hilfe und der Freiwillige Feuerwehr abgebaut werden. Ein Großteil der freigewordenen Fläche ist unterdessen mit Schotter so befestigt worden, dass größere winterfeste Unterkünfte darauf errichtet werden können. Eine von zwei dieser Gruppenunterkünfte mit stabilen und isolierten Aluminium-Außenwänden und einem zeltähnlichen Satteldach ist nahezu fertiggestellt. Im Innern gibt es beheizte Räume aus mit Rigips verkleideten Ständerkonstruktionen. Zügig voran gehen die Bauarbeiten ebenfalls für neue Räume zur medizinischen Versorgung der Neuankömmlinge.

Sanitäranlagen renovieren

Dierker ist zuversichtlich, dass sich Situation im Lager aufgrund der rückläufigen Belegung, der neuen Unterkünfte aber auch der organisatorischen Veränderungen zunehmend entspannen wird. Einer der nächsten Aufgaben ist seinen Angaben zufolge die teilweise Renovierung und konsequente Pflege der Sanitäranlagen – zahlreiche davon in mobilen Containern. Parallel dazu sollen die Abläufe der Registrierung der Flüchtlinge in einem neuen Gebäude noch effektiver gestaltet werden.

Verschärfung des Asylrechts

Die Verschärfung des Asylrechts, mit der unter anderem die Asylverfahren beschleunigt und konsequentere Abschiebungen durchgesetzt werden sollen, werden nach Dierkers Einschätzung nicht unmittelbar umgesetzt werden können. Dazu zählt auch die Entscheidung, Flüchtlingen in den Erstaufnahmeeinrichtungen künftig mehr Sach- anstelle von Geldleistungen zukommen zu lassen. Die Änderungen bereits an diesem Wochenende wirksam werden zu lassen – wie es in einigen Medien berichtet worden war – sei zumindest in der Landesaufnahmestelle in Bramsche-Hesepe so nicht möglich.