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Mit Zombie-Alarm Schaurig-schöne Komödie: „Apollo Kino“

Von Uta Biestmann-Kotte | 30.06.2014, 19:45 Uhr

Im Emma-Theater wurde das Stück „Das Apollo Kino“ vom Theater der Generationen uraufgeführt. Eine schaurig-schöne Kino-Komödie von Ensemblemitglied Daniela Kruse.

Der Teufel trägt Leopardenprint. Mit ihrem Schreckensregiment gönnt Filmkritikerin Elsa Liebhart (Ursula Fenger-Mangerich) ihren Assistenten Amelie (Daniela Kruse) und Paul (Patrick Schönemann) jedenfalls keine Pause. Für ihren Ruhestand plant die egozentrische Schreckschraube die ultimative letzte Kritik über den 1926er-Stummfilm „Leben in zwei Welten“ im gruseligen Apollo Kino. „Das Apollo Kino“ ist denn auch der Titel des 90-minütigen Stücks, das im Emma-Theater vom Theater der Generationen uraufgeführt wurde. Geschrieben wurde die schaurig-schöne Kino-Komödie von Ensemblemitglied Daniela Kruse, die damit ihr Debüt als Bühnenautorin gab und mit Regisseur Julian Neumayr viel Sinn für Parodie und schrägen Humor bewies.

Denn im Apollo Kino bekommen es Elsa, Amelie, Paul und ihr Filmteam (Kirsten Schumann, Philipp Großens, Felix Lange) mit zu blutrünstigen Zombies mutierten Filmfiguren zu tun. Der Spaß am makaberen Spiel war dem fulminanten Amateur-Ensemble im Alter zwischen 13 und 74 Jahren in jeder Szene anzumerken. Udo Böker und Ilona Schwidetzky sorgten etwa mit Gruselmimik und Grabesstimme als untotes Kinobetreiber-Paar Launiger für ebenso wohligen Grusel wie die beißwütigen Filmdiven Daisy (Marie Neckermann) und Genevieve (Hanna von Behr) oder Sabine Weichold als Produzenten-Bösewicht Henss.

Zuständig fürs Komödiantische waren Sigrid Lippok als marionettenhafte Zombie-Lady Fernanda, Gesa Ruprecht als Putzfaktotum Marta oder Undine Moussa als chaotische Erfinderin Elvira Munz, deren Filmprojektor die Zombie-Mutation in Gang gebracht hatte.

Originell auch die von Hanna von Behr, Daniela Kruse und Julian Neumayr eigens gedrehten Stummfilmszenen, in denen das Ensemble im 1920er-Jahre-Look Charleston tanzt. Für 1950er-Filmkitsch standen Zombie-Heulsuse Heidi (Paula Kleimeyer) und Freund Axel (Andreas Steinhauer).

Am Ende bereiteten dann die Zombies denn auch die Schnulze „Der Anglerkönig vom Hasetal“ vor, in der Hotelpage Bernards (Ole Seidel) Ausspruch Programm war: „Hätte ich noch ein schlagendes Herz, würde es mir nun vor Rührung zerreißen!“

Weitere Aufführungen am 2.und am 8. Juli, jeweils 19.30 Uhr im Emma-Theater