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Mit vollen Akkus quer durch Europa „eTourEurope“ macht Station in Hasbergen

Von Frank Wiebrock | 22.05.2014, 18:53 Uhr

Zu geringe Reichweite. Kaum Lademöglichkeiten. Das sind doch Kunststoffkisten. Es gibt viele Vorbehalte gegen Elektroautos. Mit der „eTourEurope“ soll zumindest ein Teil als Vorurteile entlarvt werden. Jetzt machten die Stromer auf ihrer Rallye quer durch Europa Ladepause an der Grenze zwischen Hasbergen und

Organisator Werner Hillebrand-Hansen steht braun gebrannt und gut gelaunt vor dem nach dem Brand im Januar gerade wieder entstehenden Taste Kitchen in Hasbergen und erläutert das Konzept der Tour: 12 Teams fahren zwischen dem 18. und 26. Mai mit ihren Stromern quer durch Europa, machen Station in neun Hauptstädten und legen dabei rund 4 000 Kilometer zurück.Einen Gewinner soll es auch geben. Was zählt, ist die kürzeste Reisezeit, also die Summe aus Fahr- und Ladezeit. Neun Tagesetappen von bis zu 450 Kilometern müssen bewältigt werden.

Strahlend und fast lautlos biegen Annette Schwabenhaus und Marita Wittner mit ihrem Elektro-Renault auf den Hof des Taste Kitchen. Kofferraum auf, Ladekabel raus, der Kleine muss an die Zapfsäule. „Wir haben ausprobiert, ob wir ohne Nachladen bis hier her kommen.“ Etwas 150 Kilometer schafft der Renault am Stück, 140 stehen auf der Uhr. Rund 50 Minuten wird nun das Laden dauern.

Die beiden Damen schwärmen derweil von den Vorzügen des Elektroautos. Ein bisschen vielleicht auch, weil sie nicht nur als Teilnehmer, sondern außerdem beruflich mit der „eTourEurope“ verbunden sind.

Jaromir Vegr, grauhaarig und graubärtig, ist in einem weißen Peugeot unterwegs, dem man das Alter genauso ansieht wie seinem Besitzer. Aufkleber belegen die Teilnahme an etlichen Elektrorallyes. Hinten im Auto liegt neben den obligatorischen Kabeln ein Schlafsack. Sicher ist sicher. Und nicht jeder Teilnehmer will im Hotel übernachten.

Probleme? Wenig: In Frankreich waren die „Zapfsäulen“ nicht kompatibel, grinst Jaromir Vegr, in den Niederlanden wichen Navi und Realität deutlich voneinander ab. Ansonsten: Sein Elektro-Peugeot läuft und lädt und läuft und lädt und läuft ...Und warum macht man so etwas? „Das ist eine Propagandafahrt“, betont der Tscheche, dem eine Reichweite von 150 Kilometern im Alltag deutlich zu wenig wäre. „Ich will zeigen, dass man mit einem Elektroauto über 500 Kilometer am Stück fahren kann“ Sein Peugeot kann es, auch wenn der Wagen kein Vertreter der ganz reinen Lehre ist: Eine Standheizung macht ihn winter- und damit wirklich alltagstauglich.

Nach dem Stromtanken und einem kleinen Imbiss geht es weiter: Das nächste Ziel ist Bremen, am Abend sollen die Teams in Hamburg sein...