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Meinungsumfrage der Neuen OZ Schlechte Noten für Osnabrücker Straßen und Wege

30.05.2014, 22:57 Uhr

jel Osnabrück. Schlaglöcher nicht beseitigt, zu wenige oder gefährliche Radwege, fehlende Parkplätze: Mit den Straßen, Rad- und Gehwegen in ihren Stadtteilen sind die Osnabrücker nicht so gut zufrieden. Das geht aus der großen Meinungsumfrage der Neuen OZ hervor, in der wir vom 16. April bis 2. Mai die Meinung der Menschen in Osnabrück und den Umlandgemeinden zur Zufriedenheit in ihren Wohngebieten erfragt haben.

Für die Straßen, Rad- und Gehwege in Osnabrück hat sich in der Auswertung unserer Umfrage, verteilt über alle Stadtteile, die Durchschnittsnote 3,0 (befriedigend) ergeben, die im unteren Bereich der Bewertungsskala liegt. Die Notenverteilung ist aus der Tabelle ersichtlich. Zwar haben das Kulturangebot (3,1), das Arbeitsplatzangebot (3,1) und die Gastronomie (3,2) Noten bekommen, die noch darunter liegen – aber die Straßen, Rad- und Gehwege waren eines der Themen, zu dem unter „Wünsche“ viel Kritik geäußert und viele Anregungen gegeben wurden, teilweise in scharfem Tonfall. Natürlich gab es auch viele Wortmeldungen zur „Weststraße“, über die am vorigen Sonntag in der Bürgerbefragung abgestimmt wurde.

Ebenso wie in der Stadt wurden in unserer Umfrage die Straßen, Rad- und Gehwege auch in den Umlandgemeinden nur mittelmäßig bewertet. Es haben sich Durchschnittsnoten ergeben, die im Bereich zwischen 2,7 (Dissen) und 3,4 (Bad Rothenfelde) schwanken. Ausreißer ist Belm, wo mit einer 4,1 die schlechteste Note für Straßen, Rad- und Gehwege vergeben wurde.

Auch in Osnabrück gibt es kein einheitliches Meinungsbild: Während die Menschen in der Weststadt (2,4) am besten mit den Straßen, Rad- und Gehwegen zufrieden waren, hat die Auswertung in Eversburg (3,9) zur schlechtesten Bewertung in der Stadt geführt. In den anderen Stadtteilen ergaben sich folgende Noten: Hellern (2,5), Schinkel-Ost (2,5), Voxtrup (2,6), Kalkhügel (2,7), Schinkel (2,8), Sonnenhügel (2,8), Nahne (2,8), Sutthausen (2,9), Westerberg (2,9), Wüste (2,9), Pye (3), Schölerberg (3), Atter (3,2), Haste (3,2), Innenstadt (3,2), Widukindland (3,3), Darum/Gretesch/ Lüstringen (3,4), Dodesheide (3,6). Aus den Stadtteilen Fledder, Gartlage und Hafen haben wir keine Durchschnittsnoten ermittelt, weil uns aus diesen Gebieten zu wenige Bewertungen vorlagen.

Die Rangfolge zwischen den Stadtteilen begründet sich teilweise in ihrer Beschaffenheit, deutet aber auch auf bekannte Ursachen wie (Dauer-)Baustellen oder Rückstand bei der Instandsetzung von Straßen in den jeweiligen Gebieten hin. So haben vorwiegend aufs Wohnen ausgerichtete Stadtteile mit viel Grün eher bessere Noten bekommen. Je schlechter die Stadtteile abgeschnitten haben, desto mehr drückt die Menschen dort etwa wegen viel Durchgangs- oder Lkw-Verkehrs, schlechter Straßen oder Gefahrstellen für Radler der Schuh.

Viele Wünsche

Das wird auch in den Wünschen deutlich, die von den Teilnehmern in unserer Umfrage geäußert wurden.

So wurde in Eversburg die Verbesserung der Radwege entlang der Wersener Straße, eine Ausbesserung von Straßen und Gehwegen sowie eine Untertunnelung des Bahnübergangs Atterstraße gefordert. Aus Haste und vom Sonnenhügel kamen Wünsche nach einer sicheren Radwegeverbindung in die Innenstadt, mehr Sicherheit für Radler an der Knollstraße und nach einer Sanierung der Bramscher Straße. Auch aus der Dodesheide kam die Anregung, die Radwege im Bereich Knollstraße, Klosterstraße und Nonnenpfad sicherer zu gestalten.

In Darum/Gretesch/Lüstringen wurde geäußert, dass die Mindener Straße erneuert und Radwege verbessert werden sollten. Auch sollte der Haseuferweg ausgebaut werden, damit Radler leichter die Mindener Straße umfahren könnten. In Atter wurden besserer Lärmschutz entlang der Autobahn 1, das Fernhalten des Lkw-Verkehrs von der Leyer Straße, die Sanierung von Straßen und Gehwegen, das Dichtmachen des Schleichwegs über die Straße „Gut Leye“ und eine zusätzliche Brücke über die Düte für Radler und Fußgänger angeregt. Innenstadtbewohner wünschten sich einen autofreien Neumarkt, Straßensanierungen, die Eindämmung des Verkehrslärms, mehr Geschwindigkeitskontrollen und eine Einschränkung des Autoverkehrs über die Redlingerstraße.

Die Forderung nach dem Ausbau von Radwegen und Verbesserungen für Radler kam noch aus weiteren Stadtteilen wie Schinkel, Schölerberg, Kalkhügel und der Wüste, wo auch angeregt wurde, alle Übergänge zwischen Straßen und Gehwegen behindertengerecht zu gestalten. Ebenso wurden in weiteren Stadtteilen wie Nahne dringend fällige Straßensanierungen angemahnt. Vom Westerberg kamen Wünsche nach einer „familienfreundlichen Verkehrsberuhigung“ der Lotter Straße und danach, Radler und Laster ganz von ihr zu verbannen. Eine radikale Forderung nach einer in jede Fahrtrichtung einspurigen Martinistraße kam aus der Wüste. Und in der Weststadt wurde gewünscht, ganz Osnabrück nach dem Vorbild von Münster fahrradfreundlicher zu gestalten. Anregungen, die überall gelten (können), kamen aus der Weststadt und aus Sutthausen: Dort wurde gefordert, grundsätzlich öfter aufs Fahrrad zu steigen und dass Radfahrer mehr Rücksicht auf Fußgänger nehmen sollten.