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Anstieg von mehr als 200 Prozent Mehr Selbstständige im Landkreis Osnabrück beantragen Sozialleistungen

Von Jakob Patzke | 14.04.2020, 14:55 Uhr

Die Außenstellen der kommunalen Arbeitsvermittlung Maßarbeit im Landkreis Osnabrück haben einen deutlichen Anstieg bei der Beantragung von Sozialleistungen verzeichnet. Vor allem Selbstständige sind von den Auswirkungen der Coronakrise betroffen.

Allein seit Anfang März seien rund 3,3 Prozent mehr Anträge auf Harz-IV-Leistungen gestellt und bearbeitet worden, so der Landkreis Osnabrück in einer Mitteilung. Dies sei ein Zuwachs von 199 Neuanträgen. "Viele Menschen müssen in dieser Krise Sozialleistungen beantragen, um ihren Lebensunterhalt und den ihrer Familie sicherzustellen", erklärt Siegfried Averhage, Vorstand der Osnabrücker Arbeitsvermittlung Maßarbeit. Dazu gehören beispielsweise Menschen im Kurzarbeitergeldbezug oder Selbstständige. Beiden Gruppen steht die Grundsicherung offen.

Erleichterungen des Leistungsbezugs

Wegen der Corona-Pandemie habe die Bundesregierung mit dem Sozialschutz-Paket den Zugang zu Hartz-IV-Leistungen deutlich erleichtert, schildert MaßArbeit-Vorstand Lars Hellmers. So entfielen zurzeit etwa die Prüfungen des Vermögens oder der Angemessenheit der Wohnung, um eine schnelle und möglichst unbürokratische Leistungsgewährung sicherzustellen.

„Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten mit Hochdruck daran, den Geldfluss zu gewährleisten. Denn uns ist sehr bewusst, wie schwer die Situation für viele unserer Kunden in dieser Krise ist.“
Lars Hellmers, Vorstand der Arbeitsvermittlung Maßarbeit

Im Bereich der Selbstständigen seien seit Anfang März 247 Neuanträge gestellt worden, der Anstieg der Fallzahlen liege damit bei 274 Prozent. "Dabei handelt es sich überwiegend um Solo- und Kleinstselbstständige, denen durch den umfassenden Shutdown oft nicht nur die aktuelle Liquidität fehlt, sondern die auch jede Planungssicherheit verloren haben", skizziert Averhage.

Veränderungen bei der Maßarbeit

Durch die Schließung der Außenstellen für den Publikumsverkehr haben sich auch deutliche Veränderungen im Arbeitsablauf bei der Maßarbeit ergeben. So ist ein persönliche Gespräch derzeit nur in absoluten Ausnahmenfällen möglich. Die Antragstellung wird überwiegend per Telefon bearbeitet. "Das bedeutet konkret, der Arbeitsvermittler nimmt telefonisch Kontakt mit dem Antragsteller auf und prüft die Zugangsvoraussetzungen, wie etwa die Erwerbsfähigkeit", erläutert Udo Afeldt, Bereichsleiter der Maßarbeit.

Der Leistungsbereich berechne dann auf Grundlage der eingereichten Unterlagen und nach den neuen Maßgaben des vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales vorgelegten Sozialschutz-Paketes die entsprechenden Leistungen. "Die entsprechenden Antragsunterlagen stehen online zur Verfügung und können unter www.massarbeit.de abgerufen werden", erklärt der Bereichsleiter.