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Mehr als nur Brände löschen Adventstürchen-Aktion bei der Feuerwehr Osnabrück

Von Matthias Liedtke | 04.12.2015, 20:09 Uhr

Was tun, wenn´s brennt? Das war natürlich das Hauptthema bei der NOZ-Adventstürchen-Führung durch die städtische Berufsfeuerwehr. Darüber hinaus erfuhren die Kinder aber auch, dass die dortigen 120 Feuerwehrleute - darunter drei Frauen - neben Feuerlöschen auch noch viele andere Aufgaben haben.

Auf dem Schlauch standen dabei Thies, Marek, Maike und ihr jüngerer Bruder Thomas keineswegs. Denn sie waren mit überraschend vielen Vorkenntnissen gut vorbereitet zur Hauptfeuerwache an der Nobbenburger Straße gekommen. Dennoch brannten ihnen natürlich einige Fragen auf den Nägeln, die der stellvertretende Amtsleiter Heiko Schnitker und Feuerwehrmann Lars Wenzel gerne und ausführlich beantworteten. So erfuhren die Grundschüler etwa, dass die Feuerwehr auch dann zur Stelle ist, wenn ein Unfall passiert ist, oder entlaufene Tiere eingefangen werden müssen. Während solche technischen Hilfeleistungen ungefähr 2000 mal im Jahr nötig sind, beträgt die Zahl der reinen Brandeinsätze etwa 700. Davon sind wiederum ein Großteil keine Großeinsätze, sondern kleinere Löscharbeiten, wenn etwa ein Papierkorb, ein Herd oder ein Kerzengesteck brennt.

W-Fragen beantworten

Dass in solch einem Fall wie auch bei größeren Bränden nach dem Wählen der Notrufnummer 112 erst einmal die wichtigsten W-Fragen, nämlich: wem und wie vielen ist wo was passiert, beantwortet werden müssen, wussten die Kinder bereits. Dass ein Löschfahrzeug für alle Eventualitäten nicht nur wie eine große Werkzeugkiste inklusive Spreizern, Schneidern und Bohr- und Stemmgeräten ausgestattet ist, sondern auch 2500 Liter Wasser - was zehn Badewannenfüllungen entspricht - mit sich herumfährt sowie ein Mindestmaß an medizinischer Versorgung gewährleistet, war zumindest einigen von ihnen neu.

Fitness wichtig

Gestaunt haben sie auch darüber, dass die Feuerwehrleute, die topfit und rund um die Uhr bereit für einen Einsatz sein müssen, nur zwei Minuten Zeit haben, um aus dem Bett in die Fahrzeughalle zu rutschen, sich dort feuerfeste Kleidung anzuziehen und dann mit 25 Kilo Ausstattung auszurücken. Nach der Besichtigung von Schlauchwaschanlage, -lager und -werkstatt konnten sie in Zweier-Teams auf der optisch und akustisch simulierbaren Atemschutz-Übungsstrecke erfahren, wie wichtig es ist, sparsam mit der mitgeführten Luft umzugehen, sich bei einem Einsatz gegenseitig zu helfen und sich zu ducken. Denn bei einem Hausbrand kann sich die Temperatur an der Zimmerdecke auf bis zu 1000 Grad anstauen. Und auch die rund 50 Grad unter einem Meter Höhe sind im Ernstfall alles andere als ein Kinderspiel.