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Mathe und Physik sind gefragt Auszubildende fühlen sich beim ebm gut aufgehoben

Von Claudia Sarrazin | 15.06.2018, 17:19 Uhr

Elektroinstallationen, Energiemanagement, IT- und Kommunikations- sowie Sicherheitstechnik und Gebäudeleitsysteme sind nur einige der Leistungen, die die Firma ebm im Osnabrücker Stadtteil Fledder anbietet. Leonie Dauwe macht dort eine Ausbildung als „Technische Systemplanerin für Elektrotechnik“ und Tim Hindahl lernt Elektroniker. Beide sagen, in ihrem Job ist unter anderem Wissen in Mathe und Physik gefragt.

Das Elektrotechnik-Unternehmen ebm bildet aktuell 24 Azubis aus, das sind 15 Prozent der angestellten Mitarbeiter des Unternehmens. Zwei von ihnen sind Leonie Dauwe und Tim Hindahl. Beide sind im dritten Lehrjahr und haben direkt nach der Realschule bei ebm angefangen. Und beide wussten jeweils schon vorher genau, was sie einmal werden wollen. So unterschiedlich ihre Arbeitsbereiche sind, so ähnlich sind die Anforderungen: Es brauche neben Kenntnissen in Mathe und Physik vor allem Teamfähigkeit und Verlässlichkeit. „Wenn ein Kollege sagt, die Sicherung ist raus, dann muss sie auch sicher raus sein“, erklärt Hindahl.

Für ihren Job als „Technische Systemplanerin für Elektrotechnische Systeme“ – früher „Technische Zeichnerin“ – sei zudem räumliches Vorstellungsvermögen, aber auch gutes Deutsch wichtig, so Dauwe, die „schon immer etwas mit Computern und Elektrik machen“ wollte. Aktuell erstellt die junge Frau mit einem CAD-Programm „Laufkarten“, die Feuerwehrleuten im Notfall den Weg zu den Brandmeldern in einem Gebäude weisen.

„Das Wichtigste ist, dass jemand bereit ist zu lernen“, meint Hindahl. Darüber hinaus sei sein Beruf „natürlich schon körperlich anspruchsvoll“. Das sei jedoch kein Hinderungsgrund für Frauen im Job: „Bei so einer 80-Kilo-Trommel packen wir schon mal mit an. Und alles andere können sie auch.“

Auf Umwegen zum Ziel

Auch diejenigen, die noch nicht so früh wie Dauwe und Hindahl wissen, was sie werden wollen, haben bei ebm eine Chance: „Ich mag ja diese etwas schrägen Lebensläufe“, gibt ebm-Geschäftsführer Peter Forkert zu. „Bei uns sind unter anderem Studienabbrecher willkommen.“ Auch mit Flüchtlingen als Mitarbeiter hat das Unternehmen schon gute Erfahrungen gemacht. „Wir sind Praktiker, die mit ihren Händen arbeiten“, sagt Forkert, der jedoch bei einer Voraussetzung keine Kompromisse macht: ausreichende Deutschkenntnisse.

Forkert betont zudem: „Am Ende der Ausbildung ist bei uns nicht Schluss mit Fortbildung.“ Einerseits bestünden innerbetriebliche Qualifizierungsmöglichkeiten. Andererseits gäbe es beispielsweise die Möglichkeit, dass ein Vertrag ruhe und der Mitarbeiter weiter beschäftigt sei, während er eine einjährige Fortbildung mache. Zudem sei Hindahl aktuell einer von drei ebm-Auzubis, die bereits während der Ausbildung besonders gefördert würden: Der angehende Elektroniker spezialisiert sich in Sachen Einbruchmeldetechnik.

„Wir sind hier wie so eine kleine Familie“, sagen Dauwe und Hindahl einmütig. Und ein Familienprojekt der Azubis war das Nettedrom, die E-Kartbahn am Nettebad, das die ebm-Lehrlinge in Eigenregie gestemmt haben: „Wir haben vom Planen bis zum Bauen, vom Anfang bis zum Ende alles selbst gemacht“, so Dauwe, die nicht nur im Büro sitzt, sondern auch immer mal wieder auf der Baustelle mit ihren Kollegen vor Ort zusammenarbeitet. Apropos Baustelle: „Wir haben auch ein Bonussystem, bei dem man zum Beispiel Punkte bekommt, wenn man sein Werkzeug immer gut beisammen hat“, berichtet Hindahl, der außerdem die „Lernwerkstatt“ seines Arbeitgebers lobt. Diese steht jeden Freitag auf dem Plan und widmet sich sowohl handwerklichen als theoretischen Aspekten. Zudem zahlt ebm seinen Azubis Bus- und Zugtickets für den Arbeitsweg, bietet für gewerbliche Auszubildende regelmäßig Fahrsicherheitstrainings an und für kaufmännische Azubis Sprachkurse.