Ein Artikel der Redaktion Neue Osnabrücker ZeitungLogo Neue Osnabrücker Zeitung

Material ist ungefährlich Kontaminierter Bauschutt an der Teutoburger Schule

Von Thomas Wübker | 01.07.2014, 19:13 Uhr

Kontaminierter, mit Blei verseuchter Boden lagert seit ein paar Wochen auf dem Schulhof der Teutoburger Schule unter einer großen Plane. Seitens der Stadt heißt es, das Material, das aus Restasche aus dem Zweiten Weltkrieg besteht, sei ungefährlich.

Prof. Dr. habil. Helmut Meuser von der Osnabrücker Hochschule bestätigt dies. Wann der Bauschutt abtransportiert ist, ist noch nicht klar. Da die Mülldeponie am Piesberg derartige Materialien nicht mehr aufnimmt, soll die Schlacke nach Minden gebracht werden. Für die Stadt ist das ärgerlich, wie Detlef Gerdts, Leiter des Fachbereichs Umwelt, sagt. Es sei etwa doppelt teuer als die Entsorgung in Osnabrück.

Seit Anfang Juni sind auf dem Schulhof der ehemaligen Schule die Bagger aktiv. Dort sollen Stadtgärten, eine Boule-Bahn, ein Spielplatz mit Seilbahn und Wasserbaustelle sowie Sitzflächen entstehen. Bei den Bauarbeiten wurden mit Blei belastete Schlacken aus dem Boden gehoben, wie Gerdts sagt. Das Material bestehe aus Restasche aus den Klöckner-Werken, vermutet Hartmut Damerow vom Osnabrücker Service-Betrieb. „Dieses Material gibt es an manchen Stellen im Stadtgebiet.“ Es sei nach dem Zweiten Weltkrieg für Neubauten genutzt worden.

Bei dem Bauschutt handle es sich um ähnliches Material wie in der Wüste, so Gerdts. 1992 wurden in dem Stadtteil Altlasten entdeckt, die krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und die Schwermetalle Blei und Kadmium enthielten. Gerdts und Damerow betonen jedoch, dass der Boden an der Teutoburger Schule nicht gefährlich sei.

Die Abdeckung des kontaminierten Bauschutts auf dem Schulhof der Teutoburger Schule sei vorschriftsmäßig, sagt Helmut Meuser, dessen wissenschaftlicher Schwerpunkt die Erforschung von Böden aus urban-industriellen Verdichtungsräumen ist. Das Material sei durch eine randlich beschwerte Kunststoffbahn abgedeckt, eingezäunt und liegt auf Asphalt. Dadurch werde einerseits verhindert, dass giftige Partikel in die Luft geraten und andererseits, dass nichts davon in den Boden gelangt. „Als Schutz ist die Kunststoffplane in Ordnung, solange sie nicht durchlöchert ist und das Material nicht dauerhaft dort gelagert wird“, sagt Meuser. Diese vorübergehende Lagerung sei im Sanierungsbau so üblich, so der Wissenschaftler.

Wann der kontaminierte Bauschutt abtransportiert wird, weiß Detlef Gerdts nicht. Vor zwei Wochen sei beim Entsorgungszentrum Pohlsche Heide bei Minden ein Entsorgungsantrag gestellt worden. Die Entscheidung stehe aber noch aus. Auf dem Piesberg könne das verseuchte Material nicht entsorgt werden, da dort die Rekultivierung der Fläche laufe, so der Fachdienstleiter Grün und Umwelt. Für die Stadt wird das nun teuer, denn laut Gerdts koste die Entsorgung in Minden doppelt so viel wie in Osnabrück. Rund 900 Tonnen Bauschutt warten auf ihren Abtransport. Während die Entsorgung auf dem Piesberg 35 Euro pro Tonne gekostet hätte, sind es in Minden inklusive Transport 60 bis 70 Euro. „Es gibt keine Deponien in der Region, die kontaminierten Schutt abnehmen“, klagt Gerdts. Dies, so prognostiziert er, werde ein Problem für zukünftige Bauten darstellen, wo Altlasten entdeckt werden.