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Für alle, die nicht gut zu Fuß sind Malteser-Einkaufsmobil hilft in Osnabrück beim Supermarkt-Besuch

Von Gerrit Tschierswitz | 20.09.2019, 14:52 Uhr

Seit einigen Jahren fährt das Malteser-Einkaufsmobil durch die Osnabrücker Stadtteile Voxtrup und Schölerberg sowie Darum/Gretesch/Lüstringen. Nutzen können das Angebot alle, die nicht mehr gut zu Fuß sind.

"Ich hab mich extra schick gemacht für heute", ruft Irma Kötter, als sie aus dem Bulli aussteigt. Sie ist eine der vier Frauen, die heute mit dem Einkaufsmobil unterwegs sind. Alle 14 Tage fahren Gisela und Werner Biesecker von den Osnabrücker Maltesern mit dem Bulli durch Voxtrup und zum Schölerberg und sammeln unterwegs die Mitfahrerinnen ein. "Eine ist heute nicht mit dabei, deshalb sind wir heute mit vier Damen unterwegs", erklärt Werner Biesecker. Er und seine Frau sind seit dem Start des Projektes 2015 dabei. "Wir sind schon ein eingespieltes Team", meint Gisela Biesecker. Sie kennt die Einkaufslisten der Frauen in ihrem Trupp auswendig und flitzt hin und her, um die ersten Sachen schon mal in den Einkaufswagen zu legen. "Den Großteil machen sie aber allein, wir sind ja nur zur Hilfe hier", meint sie.

Selbstständigkeit erhalten

"Wenn es den Dienst nicht geben würde, dann würde ich nicht mehr rauskommen", sagt Irma Kötter. Die 94-Jährige ist von Anfang an mit von der Partie und hat bis jetzt keinen Shopping-Termin ausgelassen. Das zeigt, wie sehr dieses kostenlose Angebot gebraucht wird. Durch die Unterstützung der evangelisch-lutherischen Petrusgemeinde und der katholischen Pfarreiengemeinschaft St. Antonius/Maria-Hilfe der Christen sowie der Margaretenkirche in Voxtrup, die zur evangelisch-lutherischen Südstadtkirchengemeinde gehört, sowie des Osnabrücker Seniorenbüros kann das Mobil gratis genutzt werden.

"Ich finde das so toll", meint auch Barbara Altena. Sie nimmt zwar nicht an jedem Termin teil, freue sich aber, dass es die Ehrenamtlichen gibt und ihr so ermöglicht wird, selbst einkaufen zu gehen. "Das ist ja doch was anderes."

Auch Birgit Menke, die das Malteser-Einkaufmobil koordiniert, ist gekommen, um sich ein genaueres Bild vom Ablauf vor Ort zu machen. "Es ist schön zu sehen, dass unsere Arbeit so gut hilft", fasst sie den Nachmittag schließlich zusammen. Für den Stadtteil Wüste möchten die Malteser ebenfalls ein Einkaufsmobil einrichten. "Die Planung läuft", verspricht Menke. Um das notwendige Fahrzeug zu beschaffen, müssten jedoch noch Spenden gesammelt werden.

Dass sich das Hilfsangebot nicht nur an Senioren richtet, unterstreicht Werner Biesecker: "Wir hatten auch schon mal eine Zeit lang einen krebskranken Herrn dabei, der war vielleicht 48 oder 49 Jahre alt." Im Grunde könne jeder das Angebot nutzen, der alleine nicht gut unterwegs sei, und sei es vorübergehend. Die Teilnehmer werden zuhause abgeholt und bei Bedarf beim Einkauf unterstützt. Auf dem Rückweg werden sie zuhause abgesetzt und bekommen die gekauften Waren ins Haus getragen.

In Lüstringen noch etwas frei

Einzig und allein die Plätze sind limitiert. "Hier in diesem Bereich, Schölerberg und Voxtrup, sind wir heiß begehrt, alle Plätze sind belegt", sagt Gemeindereferent Stefan Schulte. Er nimmt die Anfragen entgegen, und bei ihm meldet sich auch ab, wer einen Termin nicht wahrnimmt. Die Route in Darum/Gretesch/Lüstringen hingegen habe noch Kapazitäten. Wer Interesse hat, kann sich unter Telefon 0176/26006807 bei Stefan Schulte melden.

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