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Literaturpreis aus Österreich Miriam Rademacher überzeugt Juroren

Von Uta Biestmann-Kotte | 26.06.2013, 20:56 Uhr

Ein Rezept für gekochte Krebse in Knoblauch – mit so einer „gemeinen Botschaft“ in ihrem Bauch will die Flasche nichts zu tun haben. Da ist ihr die Freundschaft zum neugierigen Einsiedlerkrebs schon wichtiger. „Krebs in Knoblauch“ heißt diese märchenhafte Geschichte für Kinder ab 5 Jahren und stammt aus der Feder von Miriam Rademacher. Im Mai wurde sie dafür im burgenländischen Großwarasdorf bei Eisenstadt mit dem „Goldenen Kleeblatt gegen Gewalt 2012“ ausgezeichnet. Wie kommt eine Autorin aus Atter zu einem Preis im Burgenland?

Nachdem Miriam Rademacher die Online-Auschreibung zu dem internationalen Literatur-Wettbewerb entdeckt hatte, setzte sie sich hin und entwickelte aus ihrem ersten Entwurf um zwei Kindergartenkinder das Märchen um Flasche, Krebs und Kochrezept. Dass darin neben der Wettbewerbs-Prämisse „Vom Teilen, Helfen und einander verstehen“ auch humoristische Momente nicht fehlen, könnte ein Grund für die positive Bewertung gewesen sein, meint die 39-jährige Autorin und lacht.

Die zweifache Mutter, die neben dem Schreiben als Tanzlehrerin tätig ist, ist ein fröhlicher Mensch. Aufgewachsen als Tochter eines Museumsdirektors auf dem Gelände von Schloss Clemenswerth im emsländischen Sögel, packte sie die Lust zum Geschichtenerfinden schon früh. An mehreren Ausschreibungen hat sie schon teilgenommen, verfasste Märchen, Fantasygeschichten und Krimis. Die Veröffentlichung einer Fantasyreihe um eine Frau, die nach ihrem Tod zur „Banshi“-Todesbotin wird, ist ebenso in Planung wie eine Bilderbuch-Variante ihres „Krebs in Knoblauch“-Märchens. Neben all ihren literarischen Ambitionen kommt die Familie dabei nicht zu kurz. So gönnte sich Miriam Rademacher von ihrem Preisgeld mit ihrem Mann einen Kurzurlaub in Wien.