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Links abbiegen verboten Unfallschwerpunkt Möserstraße soll durch neue Verkehrsregelung entschärft werden

Von Thomas Wübker | 16.09.2011, 16:24 Uhr

Schon seit zwei Monaten gilt an der Kreuzung Goethering/Möserstraße ein Verbot für Linksabbieger. Bei einer Stichprobe am Freitagmittag sind bei acht von zehn Grünphasen dennoch Autofahrer links abgebogen. Die Stelle gilt seit Jahren als Unfallschwerpunkt.

Das Thema hat durch den schweren Unfall eines 79-jährigen Rollerfahrers am Donnerstagnachmittag eine besondere Aktualität erfahren. Der Mann wollte vom Goethering links in die Möserstraße abbiegen und ist dabei mit einem Fahrzeug aus dem Gegenverkehr kollidiert. Seine Verletzungen sind lebensgefährlich. Über den Zustand des 79-Jährigen gab es am Freitag keine neuen Erkenntnisse seitens der Polizei.

„Die Abbiegemöglichkeit ist untersagt worden, weil es ein Unfallschwerpunkt war, da viele Autofahrer noch schnell auf die rechte Fahrspur eingefädelt sind, um nicht in den Rückstau zu geraten“, begründet Heinrich Brickwedde vom Sachgebiet Verkehr der Osnabrücker Polizei die Änderung durch Stadt und Polizei. Eine Ampel weiter können nun Autofahrer links in die Schlagvorder Straße abbiegen, um dann auf die Möserstraße zu kommen.

Diesen „Umweg“ wollen sich wohl viele Verkehrsteilnehmer ersparen. Bei einer Stichprobe am Freitagmittag gab es bei fast jeder Grünphase mindestens einen Autofahrer, der auf der Straße stehen blieb, um links in die Möserstraße abzubiegen. Zum Teil blieben sie stehen, ohne zu blinken. Auch diejenigen, die ihren Blinker gesetzt hatten, wurden oft von den Autofahrern, die hinter ihnen stoppen mussten, angehupt.

Zwei blaue Verkehrsschilder und zwei Pfeile auf der Straße zeigen den Autofahrern die vorgegebene Richtung an. Ob ein weiteres, größeres Schild an der Stelle angebracht werden solle, sei momentan in der Diskussion, so Brickwedde: „Das ist eine verzwickte Ecke, wir behalten sie im Auge.“ Die Polizei habe festgestellt, dass dort immer noch Autos links abbögen. Viele Fahrer machten dies aus reiner Gewohnheit, glaubt nicht nur Brickwedde.

„Nach meiner Erfahrung kommt es zunächst zu Konflikten bei einer Änderung der Verkehrsführung“, sagt Norbert Obermeyer vom Fachdienst Bürger und Ordnung der Stadt Osnabrück. Die meisten Verkehrsteilnehmer hätten sich aber nach wenigen Tagen an die neue Situation gewöhnt. Er habe den persönlichen Eindruck, dass sich die Lage an der Kreuzung Goethering/Möserstraße entspannt habe, so Obermeyer.

Um weitere Unfälle durch unerlaubtes Linksabbiegen zu vermeiden, müssten die Hinweise an dieser Stelle wohl verdeutlicht werden. Für den Fahrer des Motorrollers war es jedoch unerheblich, ob dort das Abbiegen erlaubt war oder nicht. Er hätte auf den Gegenverkehr achten müssen, sind sich Brickwedde und Obermeyer einig.