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Legendärer Funkrock Mother´s Finest bringt den Osnabrücker Rosenhof in Schwung

Von Tom Bullmann, Tom Bullmann | 12.09.2016, 16:35 Uhr

Seit 1970 in Sachen Funkrock unterwegs: Mother´s Finest.  Im Rosenhof stellte die US-Band ihr neues Album „Goody 2 Shoes & The Filthy Beasts“ vor, verzichtete aber auch nicht auf alte Hits wie ihre brisante Version des  Miracles-Songs „Mickey´s Monkey“.

Da steht die Frage wieder im Raum: „Can niggers sing rock´n’roll?“ Und einmal mehr darf man die Frage, die aus einem Songtext von Mother´s Finest stammt, mit „ja“ beantworten. Sogar im hohen Alter. Denn die Gründer der Band, die seit 1970 unterwegs ist, sind nicht mehr die Jüngsten. Sängerin Joyce „Baby Jean“ Kennedy geht auf die 70 zu, ihr Mann Glenn Murdock hat diese Grenze bereits überschritten. Davon ist im Rosenhof wenig zu spüren, wo sie ihrem treuen Publikum eine brisante Mischung aus Funk und hartem Rock zu kredenzen.

Massiver Funkrock

Wie 1978, als Mother´s Finest die zweite europaweit live ausgestrahlte WDR-Rockpalast-Nacht in der Essener Grugahalle eröffnete, erobern sie das Publikum im Sturm. Damals war die Band hierzulande völlig unbekannt – was sich in dieser Nacht schlagartig änderte. Die Musiker erspielten sich eine große Fangemeinde, die ihr bis heute treu ist. Rund 350 Zuschauer hat es in den Rosenhof gezogen, die von einer massiven Breitseite Funkrock begrüßt werden. Vier Songs am Stück, unter anderem der Live-Kracher „Truth´ll Set You Free“, werden von Baby Jean am Mikro dominiert. (Weiterlesen: Joyce Kennedy von Mother’s Finest: Als hätten die verbalen Durchfall) 

Wie sich herausstellt, ist sie nach wie vor für den Funk zuständig, während Murdock, fulminant assistiert von dem Gitarristen Gary „Moses Mo“ Moore, die Hardrock-Abteilung anleitet. Murdocks Stimme ist nicht mehr so kräftig und präsent wie früher, und leider versucht die Truppe, dieses Manko durch den am Schlagzeug auftrumpfenden Sohn des Sängerpaars auszugleichen. Dion Murdock versteht zwar sein Handwerk, ist aber zu laut in den Vordergrund gemischt.

Drei Zugaben

Alsbald sorgt Baby Jean Kennedy jedoch mit der Ballade „Cry Baby“ für Ohrenbalsam, und auch der Beatles-Song „Strawberry Fields Forever“ schmeichelt den Gehörgängen, bevor Mother´s Finest zum Finale bläst: „Baby Love“ bringt noch einmal richtig Schwung in den Rosenhof, bevor sich die Band mit drei Zugaben vom begeisterten Publikum verabschiedet.