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Legendäre Melodic Rocker Uriah Heep im voll besetzten Rosenhof

Von Tom Bullmann | 09.12.2015, 00:36 Uhr

Eine Rockinstanz: Uriah Heep, britische Band, die seit 1970 mehr als 30 Millionen Platten verkaufte und mit „Lady In Black“ einen Klassiker des Genres ablieferte. Im voll besetzten Rosenhof zeigten sich die Melodic Rocker von ihrer spielfreudigen Seite.

Diesmal machten es Uriah Heep richtig: Statt, wie 2007 in der Halle Gartlage, ihr Konzert mit neuen, unbekannten Songs zu starten, gab es im Rosenhof gleich zu Beginn deftiges Bekanntes auf die Ohren. „Gypsy“ und „Look At Yourself“ aus den Anfangstagen trafen auf Anhieb den Nerv der „Heepsters“, wie die Fans der Truppe genannt werden. Derartig aufgewärmt, waren auch neue Stücke wie „The Outsider“, Titelsong vom 2014er Album, durchaus willkommen. Davey Rimmer, der im letzten Jahr in die Band einstieg, sorgte jetzt mit dem Drummer Russell Gilbrook für mächtig Druck und Metal-Furore. Gitarist Mick Box, einziges Mitglied der Urbesetzung, malträtierte mit seinem obligatorischen Grinsen auf den Lippen die Gitarre und schaffte es, mit einer Hand geheimnisvolle Zeichen in die Luft zu zeichnen, während die Finger der anderen für rasanten Saitenzauber sorgten. Und Phil Lanzon, immerhin seit 1986 am Keyboard aktiv, entlockte seinem Equipment Hammond-Sounds, als habe er Jahrzehnte bei Deep Purple für John Lord die Tasten bedient.

Auch die Progrock-Phase der Band kam nicht zu kurz: Beim Song „The Magician´s Birthday“ driftete Sänger Bernie Shaw gekonnt durch die Oktaven. 13 Minuten lang zeigten die Musiker, wie sich das anhört, was mal als „progressive Rock“ in die Annalen der populären Musik einging.

Nach „Lady in Black“ und „Easy Livin“ waren nur die Besucher unzufrieden, die gehofft hatten, die Würzburger Retrorocker WolveSpirit als Support erleben zu dürfen. Die hatten ihren Auftritt abgesagt.