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Laster-Parade mit Steinbruch-Kulisse Lkw-Hersteller Scania wählt den Piesberg zur Präsentation seiner neuen Baufahrzeuge aus

Von Rainer Lahmann-Lammert | 30.09.2011, 17:32 Uhr

Der Piesberg könnte die Kulisse für einen Krimi sein, für ein Shakespeare-Drama oder eine Bundesgartenschau. Das ist auch dem schwedischen Lkw-Hersteller Scania aufgefallen. Er hat 1000 Verkäufer und Fahrtrainer aus ganz Europa nach Osnabrück eingeladen, um die neuesten geländegängigen Trucks im Steinbruch vorzustellen.

Wer sich auf den Internetseiten scania.de umschaut, entdeckt eine ganze Fotostrecke mit Piesberg-Landschaften, durch die sich die fabrikneuen Schwergewichte bewegen. Die Bilder sind in den vergangenen Wochen entstanden, als Scania 1000 Mitarbeiter aus neun europäischen Ländern mit der Technik der neuen Modelle vertraut machte.

Der Piesberg sei für eine solche Präsentation ideal, schwärmte Bernd Hoche, der bei Scania Deutschland für das Verkaufstraining zuständig ist. Im Steinbruch hat er unterschiedliche Schwierigkeitsgrade für Geländefahrzeuge vorgefunden, in einigen Fällen wurde noch etwas nachgeholfen. Die nachmodulierte Steilabfahrt hat es derart in sich, dass es einige Beifahrer nicht mehr auf ihren Sitzen hielt – sie stiegen lieber aus, weil sie sich schon fast im freien Fall wähnten. Zu Schäden sei es aber nicht gekommen, sagt Bernd Hoche, nicht mal eine Beule habe es gegeben.

Scania hat in Osnabrück 25 Modelle vorgestellt, allesamt Baufahrzeuge mit Straßenzulassung. Darunter war auch der G440, dessen neue Achs- und Getriebekonstruktion für schweren Geländeeinsatz ausgelegt sein soll. Wegen seines Übergewichts von 60 Tonnen (beladen) und seiner Überlänge von 21,75 Metern darf der siebenachsige Kipper R730 in Deutschland nicht auf die Straße. Auf dem Piesberg konnten die Testfahrer ausprobieren, wie sich der 730 PS starke Bolide lenken und schalten lässt.

Scania-Verkaufstrainer Bernd Hoche erklärte bereitwillig, wie er auf den Piesberg gekommen ist. Seit 2010 habe das Unternehmen einen geeigneten Steinbruch gesucht und sich dabei 13 Absagen eingefangen. In Osnabrück sei Scania Deutschland willkommen gewesen, und das liege vor allem am Steinbruchbetreiber Cemex. Dessen Regionalleiter Peter Graf von Spee habe dem Lkw-Hersteller viele Freiheiten gelassen – allerdings verbunden mit einer umfangreichen Sicherheitseinweisung.

Dazu gehörte auch, dass die Scania-Truppe wegen der Sprengungen jeweils um 13 Uhr das Feld räumen musste. Kein Problem für die Verkaufsstrategen, die um diese Zeit zum Mittagessen in die alte Schmiede am Süberweg einluden.

Als kooperativ hätten sich auch das zuständige Forstamt, die Stadt Osnabrück und das Museum Industriekultur erwiesen, vermerkte Verkaufstrainer Hoche.

Die Scania-Präsentation hat Osnabrück mehr als 1500 Hotelübernachtungen eingebracht, außerdem sorgten ortsansässige Caterer für die Verpflegung. Etliche Teilnehmer der Veranstaltung hängten noch einen Tag dran und suchten sich auf eigene Faust ein Hotelzimmer in Osnabrück.

Bernd Hoche, der am Sitz von Scania Deutschland in Koblenz arbeitet, kann sich gut vorstellen, eine weitere Laster-Parade in Osnabrück auf die Beine zu stellen.