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Kunst- und Musikschule Kunstprojekt für Flüchtlinge und Osnabrücker

Von Jan Kampmeier | 15.07.2016, 16:46 Uhr

Drei Tage bastelten Flüchtlinge und Osnabrücker in der Werkstatt der Musik- und Kunstschule gemeinsam Tiere, das Ergebnis ist ein bunter und fantastischer Zoo. Eingeladen hatte der Verein Abenteuer Kunst.

In der Werkstatt der Musik- und Kunstschule ging es wild zu in den letzten Tagen. Ein großer und sehr langbeiniger Esel steht dort, ein Löwe mit richtiger Mähne, ein Nashorn, ein Fisch mit großen Zähnen, aber auch kleinere Tiere wie etwa ein Eichhörnchen, und schließlich noch ein Wesen, das eine Mischung aus Drache, Zebra und Katze ist.

Auffällig sind auch zwei Katzen: Die eine mit schwarzem Fell und einer roten Schleife um den Hals, die andere eckig und ganz in rosa. Sie wurde gebastelt von der achtjährigen Amina aus Tschetschenien, einem der Kinder, die die meisten dieser Tiere so liebevoll gebastelt haben. Allerdings stammen einige auch von Erwachsenen, denn das dreitägige Projekt stand buchstäblich allen offen.

Gemeinsames Basteln

Der Verein Abenteuer Kunst hatte in Kooperation mit der Musik- und Kunstschule dazu eingeladen. Das große Tiere-basteln war eigentlich ein Flüchtlingsprojekt, doch gerade das gemeinsame Arbeiten von Flüchtlingen und Osnabrücker Ureinwohnern, von Kindern und Erwachsenen hebt Monika Witte, die das Projekt mit ihren Kolleginnen Angela von Brill und Birgit Kannengießer sowie einem Team von Kunststudentinnen leitet, besonders hervor.

Da habe es zwischen allen Teilnehmern eine „tolle Kommunikation“ gegeben, eine richtige Gemeinschaft sei entstanden. Einige Teilnehmer waren auch nur ein oder zwei Tage da. Kurz gesagt: Wer durch die Tür herein kam, durfte mitmachen.

Vorher Besuch im Zoo

Bevor der Bastel-Zoo entstehen konnte, war Angela von Brill mit zwei Gruppen von Kindern im Zoo, um sich inspirieren zu lassen. Bei Joscha, sechs Jahre alt, entstand daraufhin ein langer Aal. Joscha möchte das Tier mit nach Hause nehmen: „Mein Papa ist Angler, der muss das sehen.“ Die zehnjährige Suleyha ist noch mit ihrer Eule beschäftigt. Sie erzählt, wie sie aus Draht eine runde Form gebastelt hat, um den Körper des Tieres zu formen. Der Kopf ist aus Knackfolie, die sie zu einem Ball geformt und mit Papier beklebt hat. Gerade zeigt ihr die Studentin Anja, wie sie mit einer Heißklebepistole die grünen Augen aufkleben kann.

Elmar hat sich für einen Pinguin entschieden. „Ich war vor fünf Wochen im Zoo, und die Pinguine waren ganz witzig“, sagt der Junge. Auch sein Vogel ist noch nicht ganz fertig: „Es fehlt noch der weiße Bauch.“ Bevor er daran geht, formt Elmar noch aus Draht die Krallen. „Jeder verbindet etwas mit Tieren, egal, wo er herkommt“, meint Birgit Kannengießer. Bunt und vielfältig sei das Ergebnis der dreitägigen Arbeit, „genau wie die Menschen hier.“