Ein Artikel der Redaktion Neue Osnabrücker ZeitungLogo Neue Osnabrücker Zeitung

Kunst der Moderne Kunsthandlung Th. Hülsmeier verlängert Ausstellung

Von Tom Bullmann, Tom Bullmann | 30.12.2016, 18:59 Uhr

Zeichnungen, Holzschnitte, Radierungen und Lithografien von Max Liebermann, Ernst-Ludwig Kirchner, Emil Nolde und Max Pechstein zeigt die Kunsthandlung Th. Hülsmeier noch bis Ende Januar.

Sie vertraten zwei unterschiedliche künstlerische Positionen: Hier Max Liebermann, der den Impressionisten zugeordnet wird, auf der anderen Seite Expressionisten wie Ernst-Ludwig Kirchner, Emil Nolde und Max Pechstein. Inwieweit sich bürgerliche Tendenzen und avantgardistische Einstellungen in der Kunst dieser vier Protagonisten niederschlagen, kann man jetzt in der Kunsthandlung Th. Hülsmeier erkunden. Zirka 150 Arbeiten der Künstler werden im Obergeschoss des Gebäudes gezeigt, überwiegend kleine Radierungen, Lithografien und Holzschnitte.

Einen Schwerpunkt der Ausstellung bilden die Werke von Max Liebermann. So kann man hier zahlreiche Holzschnitte aus einer Reihe von insgesamt 36 Arbeiten sehen, die er 1920 der Erzählung „Ein Mann von fünfzig Jahren“ von Johann Wolfgang von Goethe widmete. Einen genaueren Blick sollte man auf die Federzeichnung „Die Rückkehr des Majors“ werfen, die hier im Original zu sehen ist und als Vorlage für einen Holzschnitt diente, von dem ebenfalls ein Druckexemplar vorhanden ist. Auch von Goethe stammt „Die Novelle“, zu der Liebermann Zeichnungen anfertige, die als Illustration der Erzählung verwendet wurden, hier zu sehen als Original-Holzschnitte.

Eine weitere Besonderheit ist das Liebermann-Bild „Alte Frau mit Ziegen“, mit dem er sich 1889 von den Studien im sozialen Milieu verabschiedete und das hier als Mezzotinto-Grafik zu sehen ist. Das Original-Gemälde war so erfolgreich, dass Liebermann es aufwändig durch dieses auch als Schabtechnik bezeichnete Tiefdruckverfahren reproduzieren ließ.

Meisterhafte Holzschnitte und Lithographien, zu denen sich der Expressionist Pechstein in der Südsee und in Italien inspirieren ließ sowie Holzschnitte und Lithografien von Kirchner und Nolde machen die Ausstellung zu einem aufschlussreichen Gang durch eine der wichtigsten Epochen der Kunst.