Ein Artikel der Redaktion

„Kulturschaffende machen die Atmosphäre einer Stadt aus“ Patricia Mersinger will Osnabrücks Kultur moderieren

Von Dr. Stefan Lüddemann | 10.12.2014, 19:48 Uhr

Sie versteht sich als Moderatorin der Stadtkultur: Patricia Mersinger. Die neue Leiterin des Fachbereiches Kultur der Stadt Osnabrück stellt sich vor.

Osnabrück. „Sie ist eine vertraute, aber völlig andere Person“: Steckt da ein Widerspruch in der Weise, wie Stadträtin Rita Maria Rzyski die neue Leiterin des Fachbereiches Kultur der Stadt Osnabrück, Patricia Mersinger , im Gespräch charakterisiert? Eigentlich nicht. Denn Mersinger ist von der Stadtentwicklung in den Fachbereich Kultur gewechselt. Sie selbst sieht diesen Übergang als „schlüssigen Weg“ und schließt mit ihren Ideen für die Stadtkultur an die Denkweisen der Stadtplaner an.

„Kulturschaffende machen die Atmosphäre einer Stadt aus“, sagt Mersinger und verweist auf ihr Engagement für das Thema Osnabrück als Standort für Kreative. In einem ersten Gespräch über ihre Konzepte für die städtische Kulturentwicklung spricht Mersinger von Kultur als einem weichen Standortfaktor, der längst zu einem harten Standortfaktor geworden sei. Ihr Ansatz: Die Stadt mit Kultur weiter interessant machen, auch für die „High Potentials“, wie bestens qualifizierte Nachwuchskräfte im Management-Deutsch heißen. Der Wettbewerb der Städte um diese Klientel sei längst entbrannt, so Mersinger, die auch weiß, dass „High Potentials“ in ihrer Freizeit gern an die Orte einer Stadt gehen, die „nicht so geputzt sind“. Eine andere Umschreibung für jene „Kulturbiotope“, die Mersinger sichtbarer machen möchte? Mit den Martinihöfen und rund um die Liebigstraße seien solche Biotope entstanden, sagte Mersinger, die zugleich versicherte, Kultur nicht für die Osnabrücker Standortentwicklung funktionalisieren zu wollen.

Die neue Leiterin des Fachbereiches Kultur will vor allem an Image und Sichtbarkeit der Stadtkultur weiter arbeiten. So sei das Thema Frieden jungen Menschen erst noch zu vermitteln. Mit neuen Angeboten will Mersinger das junge Publikum für etablierte Kultureinrichtungen wie das Felix-Nussbaum-Haus begeistern. „Ich möchte die Friedensstadt auch für junge Leute erlebbarer machen“, sagt Mersinger. Wie geht das? Indem junge Leute zum Beispiel das Programm der Friedensgespräche entwerfen.

Patricia Mersinger sieht sich bei diesen Prozessen vor allem in der Rolle der Moderatorin. Sie will vermitteln, vernetzen. „Ich bin gern offen und höre zu“, sagt sie und betont, dass viele Dinge in der Osnabrücker Kulturszene ja schon sehr gut liefen. Mit ihr werde nicht alles anders, so Mersinger weiter. Ihr weiteres großes Anliegen: Jugendliche mit Migrationshintergrund an die städtischen Kulturangebote heranführen.

 Die aktuelle Spardiskussion um die Kultur nimmt Mersinger betont gelassen. Kürzungsvorschläge könnten alle Beteiligten dazu bringen, das intensivere Gespräch zu suchen und nach Veränderungen zu suchen. Auch aus Krisen könne Gutes entstehen, versicherte die neue Leiterin des Fachbereiches Kultur.