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Kultur für alle Generationen Osnabrücker Haus der Jugend wird 60 Jahre alt

Von Tom Bullmann | 18.07.2014, 08:21 Uhr

Jazz im Keller und Theater auf der großen Bühne: Vor 60 Jahren erlaubte sich die Stadt Osnabrück, einen Gebäudekomplex zu errichten, der zum Treffpunkt junger Menschen werden sollte.

Zunächst wurde 1954 der Gebäudetrakt vom „Haus der Jugend“ errichtet, in dem pädagogisch und soziokulturell gearbeitet wurde und die Verwaltung untergebracht war. Zwei Jahre später wurde der Trakt angebaut, in dem der Saal großzügig Platz für Konzerte und Theateraufführungen bot. Bis heute wird er für die verschiedensten Kulturveranstaltungen genutzt.

Wenn unter dem Motto „ Style Is a Message “ junge Leute bei einem Breakdance-Wettbewerb tanzend gegeneinander antreten, dröhnt laute Funkmusik aus dem Saal des Hauses. Wenn hier während des European Media Art Festivals im Rahmen des Kongresses Vorträge gehalten und Diskussionen geführt werden, geht es eher ruhig zu. Aber diese beiden Beispiele zeigen, welch eine kulturelle Vielfalt sich in einem Haus etabliert hat, das zwar den Namen „Haus der Jugend “ verdient, in dem aber mittlerweile Kultur für alle Generationen stattfindet. „Zu manchen Veranstaltungen kommen Leute, die das HdJ noch aus ihrer eigenen Jugendzeit kennen“, erzählt Joachim Groneberg. Er ist seit 1994 Leiter des Hauses und sorgt dafür, dass in Kooperation mit den unterschiedlichsten Partnern ein breites Kulturspektrum abgebildet wird.

Er erinnert daran, dass zur Eröffnung des Saales 1956 ein Theaterstück aufgeführt wurde. „Am Anfang hat das Amateurtheater ,Probebühne‘ hier gearbeitet und seine Stücke gezeigt. So lange, bis das Ensemble in eigene Räumlichkeiten umziehen konnte“, ruft Groneberg in Erinnerung. Diese Tradition wird bis heute gepflegt, denn die englischsprachige Theatergruppe „Ostensibles“ führt hier zweimal im Jahr ihre Stücke auf. „Wir setzen auf die Zusammenarbeit mit Kulturschaffenden, seien es Schauspieler, Konzertveranstalter, Festivals wie das EMAF oder Agenturen, die einen Breakdance-Tanzwettbewerb organisieren“, erklärt Groneberg. Das führt zu einem erweiterten Angebot, denn heute gehören auch Kabarett-Veranstaltungen, Lesungen und Filmvorführungen zum Programm. Oder schon seit über 20 Jahren die Tanzveranstaltung „Café Caliente“, zu der die Salsa-Tänzer aus dem nordwestdeutschen Raum anreisen.

„Das ist unsere Spezialität: Veranstaltungen mit eigenem Charakter. Dafür bietet der Saal besonders gute Voraussetzungen: die Kapazität mit 500 Personen, die große Bühne, die gute Akustik. Da können wir mit anderen Locations gut mithalten“, so Groneberg. In den Anfangszeiten sei das Haus als Kulturort und Treffpunkt nahezu konkurrenzlos gewesen. Heute müsse man mit speziellen Angeboten dafür sorgen, dass das Publikum kommt, seien es Konzerte mit Stars wie Maceo Parker , Al Di Meola oder Fettes Brot, sei es die Reihe „Bandstand Meeting“, die jungen Bands aus der Stadt Auftrittsmöglichkeiten bietet, oder sei es die Reihe „Kultur im Innenhof“, die in Zusammenarbeit mit dem Verein Fokus zur Sommerzeit im idyllischen Innenhof des HdJ für Unterhaltung aus dem Kabarett- und Kleinkunstbereich sorgt.

Tradition und Jetztzeit treffen aufeinander, wenn einmal im Jahr das Osnabrücker Jugendtanzorchester auftritt. „Das hat in den 60er-Jahren schon hier gespielt. Reinhard Huuck, der das Ensemble leitet, ist der Sohn des Gründers Gustl Huuck. Der Junior hat das Orchester zum Teil mit Originalmitgliedern von 1962 wiederbelebt, und es ist „vollkommen klar, dass die dann auch hier spielen“, sagt Groneberg.

Infos zum Sonderprogramm „60 Jahre Haus der Jugend“ vom 18. bis 20. Juli unter w ww.hausderjugend-os.de