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Kuh Marcita jetzt in Erfurt Stall zu klein: Zoo Osnabrück gibt Nashorn ab

Von Sebastian Stricker | 08.02.2017, 14:07 Uhr

Aus Platzmangel und Sorge um Zuchterfolge hat sich der Zoo Osnabrück von einem seiner vier Nashörner getrennt. Mit Kuh Marcita musste eine Unruhestifterin gehen. Sie soll jetzt in Erfurt für Nachwuchs sorgen.

Im Zoo Osnabrück lebte Breitmaulnashorn Marcita bis zu ihrem Weggang im Dezember mit den beiden Kühen Lia und Amali sowie dem Bullen Miguelin zusammen. Aber neue Mindesthaltungsnormen brachten die Dickhäuter-WG zum Platzen. „Es fehlten einige Quadratmeter in den Stallungen der Kühe, und ein Umbau des Nashorn-Hauses war nicht möglich. Deshalb haben wir uns entschieden, eine Kuh abzugeben“, teilt der Zoo Osnabrück auf Nachfrage mit.

Die Wahl sei auf Marcita gefallen, weil sie „immer wieder Unruhe in die Gruppe brachte“. Das habe den angestrebten Zuchterfolg gefährdet. Ohne die Nashorn-Kuh, die 2005 als Tochter von zwei Wildfängen im Serengeti-Park Hodenhagen geboren wurde und seit 2008 am Schölerberg lebte, gehe es bei den grauen Riesen wieder entspannter zu. Damit steige die Hoffnung des Zoos, in den nächsten Jahren aktiv zur Erhaltung dieser als potenziell gefährdet geltenden Tierart beitragen zu können. (Weiterlesen: Osnabrücker Nashorn Hans-Franz mit 38 Jahren gestorben) 

Bessere Chancen bei Bulle Dino

Dasselbe soll auch im Zoopark Erfurt gelingen – allerdings mit Marcita. Dort lebt sie jetzt mit einem Nashornbullen und einer anderen Kuh zusammen. Für den Neuzugang aus Osnabrück musste ein anderes Weibchen weichen: Wie die „Thüringer Allgemeine“ berichtet, sei eine ältere Nashorndame in Absprache mit dem europäischen Zuchtkoordinator nach Tschechien abgegeben worden, weil dem Erfurter Zuchtbullen Dino bei Marcita größere Chancen eingeräumt würden. Im Zoo Erfurt wartet man seit 2009 vergeblich auf Nashornbabys.