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Konzert in St. Katharinen Freitagnachtmusik mit musikalischen Köstlichkeiten

Von Jan Kampmeier | 21.12.2015, 16:35 Uhr

Sie beginnt spät und dauert dafür etwas länger, doch es lohnt sich: Die Freitagnachtmusik in St. Katharinen bietet sowohl akustisch als auch kulinarisch feine Delikatessen. Die neueste Ausgabe bestritten Arne Hatje, Nicola Blum, Sonja Coors und Carolin Stuke mit barocker Kammermusik.

Barockmusik ist gefragt in der Weihnachtszeit. Gerne dürfen da hohe Trompeten schmettern und festlichen Glanz verbreiten. Bei der Freitagnachtmusik in St. Katharinen , der noch relativ jungen Reihe zur Finanzierung der neuen Friedensorgel , stand zwar Barockmusik auf dem Programm, allerdings Kammermusik und eine ganz andere, zartere Farbe, manchmal auch schon mit Anklängen an den galanten Stil.

Wieder einmal bestreitet Arne Hatje das Konzert mit einheimischen Kräften, und gleich zu Beginn verpasst er den Erwartungen einen Dämpfer: Die Truhenorgel sei zu hoch gestimmt für die Flöten, und auch das Cello sei nach dem Cembalo gestimmt. Na dann... Doch letztlich ist es gar nicht so schlimm wie befürchtet.

Auf dem Programm stehen hauptsächlich Triosonaten. Für deren beide Oberstimmen sind Sonja Coors und Carolin Stuke zuständig mit der sicher eher ungewöhnlichen Kombination von Block- und Querflöte. Die beiden harmonieren allerdings bestens, sind wohl durch zahllose Marktmusiken gut aufeinander eingespielt. Überhaupt bestreitet das Quartett, vierte im Bunde ist Nicola Blum am Cello, ein ausgesprochen umfangreiches Programm absolut souverän, auf durchweg tadellosem Niveau und vor allem klangschön. Weich und sanft klingt das kleine Ensemble, und wo es schwungvoll wird, gibt es keine Spur von Hektik, sondern verspielte Geläufigkeit.

Für Abwechslung in der Farbe sorgt eine Sonate ohne Bass, das heißt also ein Duo für die beiden Flöten von Giuseppe Sammartini, oder auch drei Canzoni von Girolamo Frescobladi. Gesungen wird darin nicht, stattdessen spielt Sonja Coors, nur von der Orgel begleitet, virtuos und mit hellem, keineswegs aber schrillem Klang auf der Sopranblockflöte.

Arne Hatje moderiert das Konzert in schön lockerem Ton und bricht dabei besonders eine Lanze für Georg Philipp Telemann. Und das nicht nur verbal, denn Telemann ist der einzige Komponist, der zwei mal auf dem Programm steht.

Wie immer bei der Freitagnachtmusik gibt es eine relativ lange Pause, die das Publikum mit dem Verzehr der vom Restaurant Hinterding gelieferten Köstlichkeiten zubringt. Die vier Musiker scheinen anschließend erst richtig warm geworden zu sein, jedenfalls wirken die Triosonaten von Händel und Telemann vielleicht noch etwas gelöster und spielfreudiger als die Werke vor der Pause.