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Konzert im Blue Note Kommt 2017 die Blues-Company-Festwoche nach Osnabrück?

Von Tom Bullmann, Tom Bullmann | 28.12.2016, 19:42 Uhr

Im Blue Note feierte die Blues Company mit ihrem Publikum an drei Abenden das Weihnachtsfest. Besinnlich startete das Paket mit einem Akustik-Set am Sonntag, es folgten zwei elektrifizierte Konzerte mit den Fabulous BC-Horns.

Im nächsten Jahr soll dann alles anders werden: „Wir werden 2017 an vier Abenden hier auftreten. Das nennen wir dann die Blues Company Festwoche“, sagt Todor „Tosho“ Todorovic und lächelt zufrieden. Offenbar ist die Resonanz auf die drei Weihnachtskonzerte, die er mit seiner Band jetzt absolviert, so groß, dass sie beim nächsten „Rock Around The Christmas Tree“ eine Schippe drauflegen können.

Aber in diesem Jahr gibt es noch einmal „same procedure as last year“: Am ersten Weihnachtsfeiertag präsentieren die Osnabrücker Bluesspezialisten ihr Programm akustisch, an den darauf folgenden beiden Nächten wird das große Besteck ausgepackt: Die Fabulous BC-Horns befeuern die Songs mit satten Bläsersätzen. „We gonna rock this house till the lights go out“ singt Tosho und die Band rockt tatsächlich los, bis die Schokoladenweihnachtsmänner auf den Lautsprecherboxen anfangen zu tanzen.

Schöne Tradition

„Die Schoko-Nikoläuse haben wir am ersten Abend von Fans geschenkt bekommen“, erzählt Gitarrist Mike Titré. „Die hatten einen ganzen Karton voll dabei, für jeden einen mit Sonnenbrillen auf, mit Gitarre oder Bass um den Hals oder mit einem Schlagzeug.“ Daran merkt man, dass die Weihnachtskonzerte der Blues Company etwas ganz Besonderes sind. Nach mehr als zehn Jahren sind sie für viele zur schönen Tradition geworden und manch einer geht sogar zweimal ins Blue Note – sowohl zur Akustik- als auch zur Bläserversion.

Nach einem zündenden Auftakt wird es jetzt tatsächlich erst einmal besinnlich. Mit dem stimmungsvollen „Silent Night“ erinnert Tosho an diverse Tourneen der Blues Co. durch das Post-Sowjet-Russland. Mit „Please Come Home For Christmas“ spielen sie einen Song von Charles Brown, der auch schon von den Eagles und von Jon Bon Jovi interpretiert wurde. Wenn das keine gute Gesellschaft ist.

„Jetzt geht´s aber ab ins Mississippi-Delta“, übernimmt bald Mike Titré das Ruder. Er schnappt sich die Mundharmonika und sorgt für ein paar raue Bluestöne, bevor die Band zum Tanz bittet: „Get Up And Boogie“ heißt die Aufforderung, der das Publikum im Blue Note gerne nachkommt.

Wunderschöner Gitarrenklassiker

Nach der Pause muss Tosho leider ernst werden, denn 2016 war kein gutes Jahr. Die Zeiten haben sich im Allgemeinen nicht zum Besseren gewendet, so dass er immer noch seinen Anti-Kriegs-Blues singen muss. „Red Blood“ habe ich geschrieben, als in den 90er-Jahren die Bürgerkriege auf dem Balkan wüteten. Wenn ich mir jetzt die Nachrichten anschaue, sehe ich genau die gleichen Bilder: flüchtende, hungernde, leidende, sterbende Menschen“, sagt er und erntet Beifall für seinen Appell, doch endlich die Kriegsursachen auf der Welt zu beheben.

Auch dieses Mal gipfelt das Konzert in einen Instrumental-Medley auf der Basis des „Peter Gunn Theme“, mit dem Tosho, Titré, Drummer Florian Schaube und Basser Arnold Ogrodnik ihr Können fabelhaft unter Beweis stellen. Und Saxophonist Volker Winck sowie Trompeter Uwe Nolopp sorgen noch einmal für diverse klingende Sahnehäubchen. Mit „Albatross“, dem wunderschönen Gitarrenklassiker von Peter Green, beendet die Blues Company in diesem Jahr ihr Weihnachts-Special.