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Kontrolle am Dienstag Einmal über den Osnabrücker Neumarkt: Macht 20 Euro!

Von Frank Wiebrock | 15.12.2015, 12:40 Uhr

Einmal mit dem Auto über den gesperrten Neumarkt fahren? Macht 20 Euro. Am Dienstag kontrollierte die Polizei zwischen neun und elf Uhr mal wieder den Verkehr, der an dieser Stelle eigentlich gar nicht fließen dürfte. 30 Autofahrer wurden zur Kasse gebeten.

Was zählt ein Verbot, das keiner kontrolliert? Wer die Antwort auf die Frage will, kann sich an den Osnabrücker Neumarkt stellen. Die Schilder sprechen eine klare Sprache. Und groß genug sind sie eigentlich auch: Durchfahrt verboten, Linienverkehr, Baustellenfahrzeuge und Radfahrer frei. Trotzdem rollen Tag für Tag etliche Pkw über den gesperrten Neumarkt. Am Dienstag allerdings nicht völlig ungebremst: Diesmal wartete die Polizei.

Verbot für Fahrzeuge aller Art

Man kann zu der Sperrung des Neumarkts unterschiedlicher Meinung sein, über die Auslegung von Verkehrsschildern sollte dagegen Konsens herrschen – bei den meisten Schildern sogar europaweit: Und das Verkehrszeichen 250 spricht laut StVO – das sind die Regeln, die man mal während des Führerscheinmachens mal gelernt haben sollte - eine klare Sprache: Genau ab der Stelle, wo das Zeichen angebracht ist, gilt das „Verbot für Fahrzeuge aller Art“ – so der offizielle Titel in Fahrtrichtung. (Weiterlesen -> Facebookgruppe fordert: „Gebt den Neumarkt wieder frei“)

Wer sich am Dienstagvormittag trotzdem über den Neumarkt traute, hatte gute Chancen, einen von drei Polizisten kennen zu lernen. Die winkten die Verkehrssünder an Straßenrand, fragten freundlich nach Führerschein und Fahrzeugpapieren um den Fahrer dann über den Verstoß aufklären und zur Kasse bitten: Einmal verbotswidrig über den Neumarkt, macht 20 Euro.

Die üblichen Ausreden ...

Die ertappten Sünder reagierten unterschiedlich. Die üblichen Ausreden: Ich bin fremd hier, ich kenne mich nicht aus, ich habe die Schilder nicht gesehen, mein Navi hat doch gesagt... Der Hinweis, dass einen das Verbot ohnehin nicht interessiere, wäre ja auch im Angesicht der Staatsgewalt eher unklug gewesen.

Da aber etliche Autofahrer den „Schleichweg“ über den Neumarkt nutzen, hatte einige von ihnen auch diesmal wieder Glück: Immer dann, wenn alle drei Beamten gerade beschäftigt waren, konnten weitere Verkehrssünder unbehelligt weiterfahren.