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Kommunikationstechniken nutzen EU-Abgeordneter besucht Ursulaschule

Von Claudia Sarrazin | 19.07.2012, 06:31 Uhr

„Ach was, das waren Sie“, rief Vorsitzende des Umweltausschusses des Europäischen Parlaments, Matthias Groote (SPD), am Dienstag ebenso erstaunt wie beeindruckt, als er die 23 Klimabotschafter der Ursulaschule sowie deren Gäste, zwei Klimabotschafter aus Ägypten, besuchte. Er war gekommen, um mit den Schülern über den Themenkomplex Umwelt- und Klimaschutz zu sprechen.

Dabei stellte er fest, dass ihm Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) schon begeistert von der Aktion „Grüner Faden“ erzählt hatte, die die Klimabotschafter im Juni ins Leben gerufen hatten.

Mitte Juni waren drei der Osnabrücker Klimabotschafter von der Ursulaschule zum Weltklimagipfel nach Rio gereist und hatten dort einigen hochrangigen Politikern den von ihnen selbst ins Leben gerufenen „Grünen Faden“ übergeben. Das grüne Wollband wird wie ein Armband getragen. Es soll einerseits daran erinnern, wie wichtig der Themenkomplex Nachhaltigkeit und Klimaschutz ist. Und andererseits bekennen sich seine Träger selbst zum Umweltschutz. Der deutsche Bundesumweltminister war von der Aktion beim Weltklimagipfel so beeindruckt, dass er Groote Anfang Juli davon berichtete, als er sich mit diesem beim Treffen der EU-Umweltminister in Zypern unterhielt. „Sehen Sie, Ihre Aktion wird international zur Kenntnis genommen“, bestärkte der SPD-Europaabgeordnete die jungen Umweltaktivisten in ihrer Arbeit. Außerdem forderte er die Klimabotschafter auf: „Nutzen Sie die neuen Kommunikationstechniken, posten Sie Informationen über Ihre Aktionen, twittern Sie mich ruhig auch mal an oder stellen Sie auf diesem Weg Fragen.“ Das könnten die Klimabotschafter im Übrigen auch beim Bundesminister tun, denn dieser lese Twitter-Anfragen stets selbst und überlasse dies nicht einem Mitarbeiter.

In ihrem eineinhalbstündigen Treffen konnten die 14- bis 17-jährigen Schüler dem Umweltpolitiker allerhand Fragen stellen. Dabei ging es unter anderem um Glühbirnen und LEDs, Emissionshandel, Elektroautos und Mobilität von morgen, die Energiewende und den Atomausstieg. Groote begeisterte sich für ihre Idee, einen ökologischen Shopping-Guide zu erstellen. Diese hakten bei so manchem Thema auch noch einmal nach: Ob die Auto-Lobby hierzulande zu stark sei? „Die vertreten ihre Interessen, das finde ich in Ordnung“, antwortete Groote. Er höre sich die Argumente der Autoindustrie genauso an wie die der Umweltverbände, um sich eine eigene Meinung bilden zu können.

Der 17-jährige Yannick zeigte sich davon beeindruckt, dass Groote „so einen ganzheitlichen Blick“ auf das Thema Klima- und Umweltschutz habe. Er hat das alles super erklärt, auch warum manches in der Politik nicht so einfach umzusetzen ist“, ergänzte die ebenfalls 17-jährige Isabelle, bevor sie Grootes Rat direkt umsetzte und auf die Facebook-Seite des „Grünen Fadens“ hinwies: „Noch steht dort nicht so viel, aber in den Ferien soll sich das ändern.“ Nicht nur für diese Informationsplattform haben die Klimabotschafter noch viele Pläne, im neuen Schuljahr starten auch ihre sogenannten Feld-Aktionen.