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Kommentar Til Schweiger und die Flüchtlinge: Helfen lassen

Meinung – Ulrike Schmidt | 19.08.2015, 19:37 Uhr

Der Schauspieler Til Schweiger will mit seiner noch zu gründenden Stiftung in Osnabrück helfen. Ein Kommentar.

Til Schweiger polarisiert die Menschen. Seine Ausdrucksweise ist öfter fragwürdig. Aussagen unterstreicht er mit zehn Ausrufezeichen, nicht nur, wenn er im Internet angepöbelt wird. Man muss Til Schweiger nicht mögen. Aber man sollte ihn das tun lassen, was er im Falle der Flüchtlinge will: helfen. 

Ablehnung ist er gewöhnt. Mit seinen Filmen ruft er wenig Begeisterung bei Kritikern hervor, aber er erreicht damit die Massen. Und vielleicht kann er mit seiner Bekanntheit viele Menschen dazu bewegen, zu helfen, ob mit Geld oder mit Zeit.

Beschimpfungen und Häme sind in Zeiten des Internets fast minütlich abrufbar. Schweiger wird damit überschüttet, seit er den ersten Spendenaufruf für Flüchtlinge gemacht hat. Angesichts des Flüchtlingsdramas auf der ganzen Welt sind verbale Schnellschüsse und schlichte Wertungen mit Daumen rauf oder runter fehl am Platze.

Til Schweiger soll seine Stiftung gründen und Geld sammeln, Menschen die aus ihrer Heimat geflohen sind, mit Angeboten wie Sprachkursen, Spiel und Sport willkommen heißen. Das ist alles andere als unehrenhaft. Auch Karl-Heinz Böhm hat seine Prominenz als „Sissis Kaiser Franz“ einst eingesetzt, um seine Hilfsorganisation „Menschen für Menschen“ aufzubauen und zu betreiben.

Wer meckert, sollte vielleicht mal über seinen eigenen Schatten springen und mit Flüchtlingen Kontakt aufnehmen, oder mit Menschen, die sich für Flüchtlinge in Osnabrück einsetzen . Die können erzählen, dass ein bisschen Sport, ein zusätzlicher Deutschkurs oder ein Ausflug für Kinder den Tag für diejenigen aufhellen, die wegen Krieg, Gewalt oder Hunger alles hinter sich gelassen haben.