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Von der Mülldeponie ins Kinderzimmer Kinder und Eltern machen aus alten Sachen neue Dinge

Von Thomas Wübker | 11.08.2019, 14:01 Uhr

Was schon Müll war, wurde am Samstag von Kindern und Erwachsenen im JZ Westwerk wieder in Deko-Möbel und Spielzeug verwandelt. Das zeigte: Manche Dinge, die weggeworfen werden, können noch nützlich sein.

Von der Mülldeponie auf dem Piesberg hat der Tischler Hartmut Wachowsky Holz und Elektroschrott geholt, um sie am Samstag in der Ferienpass-Aktion „Kann das weg oder wird das Kunst?“ für Familien verarbeiten zu lassen. In der Holz-Werkstatt des JZ Westwerk wurde dann auch gehämmert und gesägt. Von der Mülldeponie kann übrigens nicht jeder etwas holen, sagte Wachowsky. „Ich habe es nur für die Ferienpass-Aktion bekommen unter der Voraussetzung, etwas Nützliches daraus zu machen.“

Der Tischler meinte aber, dass der Sperr-, Haus- oder Plastikmüll und Tischlereien oder Schlossereien Fundgruben dafür sind, altes Material zu entdecken, um was Neues daraus entstehen zu lassen. „Eine Möglichkeit, einen kreativen Nachmittag mit seinen Kindern zu machen, ist, im Keller nachzuschauen oder den gelben Sack zu plündern“, sagte er.

„Wir haben uns überlegt, mal was Nachhaltiges zu machen“, sagte Thomas Sundag, der mit seiner Frau Ruth und seinen Kindern Anna und Silas ins Westwerk gekommen war. Anna hat aus einer alten Kabeltrommel, einem ausrangierten siebenflammigen Weihnachtsleuchter und einer Lehne eines kaputten Stuhls ein Tischchen mit Kerzenständer hergestellt, wie sie sagte. „Der soll im Kinderzimmer stehen.“

Ihr Bruder hatte schon vor dem Besuch in der Holzwerkstatt den Wunsch, eine Armbrust zu bauen. Im Westwerk fand er die passenden Teile dazu: Ein defekter Ventilator, Teile aus einem Lattenrost und einem Treppengeländer sowie Gitterstäbe aus einem ehemaligen Kinderbett, die als Pfeile dienen. Auch Bjarne konnte sich im Westwerk „bewaffnen“: Er hat aus Holz ein Schwert und Schilde geschnitzt und sie bemalt.

Die Kinder von Ruth und Thomas Sundag haben auch an anderen Ferienpass-Aktionen teilgenommen. „Aber wir sind froh, mal mitgehen zu können. An einem Samstag hält einen ja nichts davon ab“, sagte die 45-jährige Ruth Sundag. „Die Aktion hat Wiederholungscharakter“, meinte ihr gleichaltriger Mann. Die Voraussetzungen seien bestens, sagte er. Er habe zu dem auch was gelernt, nämlich was eine Japan-Säge ist.