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Kerzen Bücker in Osnabrück Seit fünf Generationen Kerzen für Kunden und Kirchen

Von Claudia Ix | 19.12.2015, 12:26 Uhr

„Am Ende ist eine Kerze eine Kerze“, sagt Wilfried Bücker und schaut sich um. Wohin man im 45 Quadratmeter großen Geschäft am Markt auch blickt: Kerzen. Und das seit 150 Jahren.

So lange nämlich betreibt die Familie Bücker schon ihr Kerzengeschäft, immer am Markt, heute im Haus mit der Nummer 9. Der 55-jährige Wilfried Bücker steht für die fünfte Generation. „Ich bin mit Kerzen großgeworden“, sagt er. Seine beiden Schwestern interessierte der Laden nicht so, also führt ihn heute Wilfried Bücker. Seine Kerzen werden in Fabriken in ganz Deutschland für das Fachgeschäft hergestellt.

Auch für Kirchen und den Einzelhandel

Neben dem Verkaufsraum, in dem auch Servietten und Engelsfiguren angeboten werden, belegt Kerzen Bücker noch einige Quadratmeter mit Büroräumen, einem Lager und weiterem Stauraum im Keller. Denn Wilfried Bücker verkauft seine Ware nicht nur an Endverbraucher. „Wir beliefern auch Kirchen in Osnabrück und im Landkreis sowie den Einzelhandel“, nennt er zwei weitere Geschäftsfelder.

Klassische Kerzen stehen immer in den Regalen, außerdem informiert sich Bücker in Katalogen und auf Messen stets über Trends und Neuheiten. Immer wieder werden er und seine beiden Mitarbeiterinnen auch selbst kreativ: „Wir fertigen Kerzen speziell für die Kunden, zum Beispiel bei Taufen oder Hochzeiten“, sagt Bücker. Dann entwirft er mit dem Kunden eine ganz individuelle Kerze und fertigt sie in der kleinen Kerzenwerkstatt an. „Das macht viel Spaß, man kann selbst etwas gestalten.“ Modetrends geht er in Maßen mit. Mal ist Rot „in“, dann wieder sind des Pastelltöne. Aber, siehe oben: „Am Ende ist eine Kerze eine Kerze.“

Stammkunden und Touristen

Zu Kerzen Bücker kommen viele Stammkunden, „schon seit Generationen“, aber aufgrund der zentralen Lage am Markt auch viele Osnabrück-Touristen. Die Hauptsaison ist im November und Dezember, also dann, wenn die Tage kürzer werden und es auf Weihnachten zugeht.

Wilfried Bücker ist froh, dass er das Geschäft seiner Vorfahren übernommen hat: „Für mich war es genau die richtige Entscheidung. Es ist vielfältig mit Kundenkontakt, Büro, Kirchenauslieferungen und Kerzengestaltung.“ Dennoch wird er seine Kinder nicht drängen, das Geschäft auch in sechster Generation weiterzuführen: „Das ist ihre Entscheidung.“ Zumal der Markt nicht einfacher geworden ist. „Das Internet und die Ketten ziehen dem Einzelhandel viel ab, das ist bei allen so, auch bei uns. Da sind wir nicht die Insel der Glückseligen.“

Er weiß aber, warum ihm viele Stammkunden die Treue halten und was seine Kerzen von der im Internet oder in Dekorationsartikel-Filialen oftmals angebotenen Massenware unterscheidet: „Es gibt viele Kerzen mit billigen Paraffinen und schlechten Dochten. Daran hat der Kunde nicht lange Freude.“ Und deshalb ist am Ende Kerze eben doch nicht gleich Kerze.