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Kecker oder munterer Mensch Familienname Frische im Raum Osnabrück stark verbreitet

Von Winfried Breidbach, Winfried Breidbach | 05.02.2017, 23:33 Uhr

Osnabrück/Georgsmarienhütte. Die Neue-OZ-Leser Carla Vedder und Wilhelm Frische, beide aus Georgsmarienhütte, fragen nach dem Familiennamen Frische. Etwa 1150 Personen tragen den häufigen Nachnamen Frische in Deutschland, wo der Name überwiegend im Nordwesten anzutreffen ist. Die stärkste Konzentration zeichnet sich im Raum Osnabrück ab.

Der ähnliche Familienname Frisch ist mit über 10000 Namensträgern erheblich häufiger als Frische. Der einsilbige Name Frisch findet sich vor allem in der südlichen Hälfte Deutschlands, dazu kommen noch 1500 Personen in Österreich und in der Schweiz, wo es die Namensform Frische nur bei einigen wenigen Familien gibt.

Die Recherchen ergeben erstens, dass in Frische die ältere Namensform vorliegt und dass Frisch aus Frische verkürzt ist. Zweitens gibt es zwei völlig verschiedene Grundlagen der Namen Frische/Frisch.

Im gesamten deutschsprachigen Gebiet kann das Eigenschaftswort „frisch“ zugrunde liegen, das im Hoch- und im Niederdeutschen einheitlich „frisch“ lautete. Das Wort weist von Anfang an eine beachtliche Bedeutungsbreite auf und bezeichnet Eigenschaften wie „unverbraucht; ausgeruht, erholt, rüstig; sauber, rein; gesund, blühend (aussehend); lebhaft, munter, unbekümmert, keck; kühl“. Jemand, der sich durch eine dieser Eigenschaften auszeichnete, konnte von seinen Mitmenschen den lobenden Beinamen „der Frische“ erhalten. Der Artikel entfiel meist schon sehr früh, es verblieb die gebeugte Wortform Frische, die dann im Süden meist zu Frisch verkürzt wurde.

Zum altdeutschen Rufnamen Friedrich gehörte ein Kosename, der in seiner ursprünglichen Form Fridizo lautete. Dieser wurde schon sehr früh lautlich zu Fridzo vereinfacht und weiter dann über Fritzo zur heute noch existierenden Form Fritze, im Süden meist zu Fritz verkürzt. In zwei weit auseinander liegenden Regionen wurde Fritz(e) in den Mundarten zu Fritsch(e) abgewandelt. Dies geschah einerseits im ostmitteldeutschen Gebiet in Westsachsen und im Egerland, andererseits im alemannischen Sprachgebiet im Südwesten. In beiden Regionen wurde der so entstandene Name Fritsch(e) vielfach, aber nicht durchgängig zu Frisch(e) abgeschliffen. Diese Entwicklung von Fritz(e) über Fritsch(e) zu Frisch(e) ist durch Belege mit Personengleichheit mehrfach nachzuweisen. Im Südwesten und in Sachsen konnte Frische somit als Nebenform von Fritze „Friedrich“ entstehen.

Im Raum Osnabrück geht der Name Frische mit Sicherheit auf das Adjektiv frisch zurück, bezeugt auch durch „Evert de Frissche“ (Eberhard der Frische) 1601 in Kloster Oesede.