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Kartellamt prüft Übernahme Bielefelder wollen Mehrheit der Osnabrücker OPG übernehmen

Von Wilfried Hinrichs | 03.12.2015, 17:16 Uhr

Der Parkhaus-Betreiber Goldbeck aus Bielefeld will Mehrheitsgesellschafter der Osnabrücker OPG Center-Parking GmbH werden. Das Bundeskartellamt prüft.

Die Stadt hat 2013 die Osnabrücker Parkstättenbetriebsgesellschaft OPG umstrukturiert . Die Stadt ist weiterhin hundertprozentig an der OPG mbH beteiligt, die als reine Besitzgesellschaft die Parkhäuser hält. Diese ist zu 25,04 Prozent an der Betreibergesellschaft OPG Center Parking GmbH beteiligt. Die Mehrheit von 74,96 Prozent hält die Multisec Mall Management GmbH (kurz: Multi), deren Kerngeschäft der Betrieb von Einkaufszentren europaweit ist.

Nachdem Multi sich im Mai 2015 umstrukturiert hat, stehen Teile des Unternehmens zum Verkauf. „Sie wurden dem Markt zur Verfügung gestellt“: So beschreibt die Sprecherin der Goldbeck-Gruppe , Karin Pardinger, den Vorgang.

Wer ist Goldbeck?

Goldbeck ist ein international agierendes Bauunternehmen mit Hauptsitz in Bielefeld, das sich auf Großobjekte wie Industriehallen, Parkhäuser oder Schulen spezialisiert hat. Zum Portfolio gehören auch der Bau von Solaranlagen sowie Gebäudedienstleistungen. 650 Parkhäuser hat das Familienunternehmen nach eigenen Angaben europaweit bislang gebaut. Die Goldbeck Parking Services betreibt Parkhäuser für öffentliche und private Kunden.

Multi will verkaufen

„Wir sind nicht aktiv auf die Suche gegangen“, sagte die Unternehmenssprecherin. Doch als Multi die Mehrheitsbeteiligung an der OPG Center Parking anbot, habe Goldbeck die Chance wahrgenommen. Mehr will die Goldbeck-Sprecherin mit Hinweis auf das laufende Prüfungsverfahren durch das Bundeskartellamt nicht sagen. Die Entscheidung der Kartellwächter werde am 14. Dezember verkündet.

Auch Ingo Hoppe, Geschäftsführer der OPG Center-Parking GmbH, wollte den Verkauf der Anteile nicht kommentieren. Es handele sich um einen „ganz normalen Gesellschafterwechsel“, der keinen Einfluss auf das operative Geschäft haben werde.

Kerngesundes Unternehmen

Die OPG Center Parking GmbH betreibt bundesweit 65 Parkhäuser und Parkplätze in 18 Städten. Wegen dieses überregionalen und inzwischen auch internationalen Engagements sah sich die Stadt Osnabrück 2013 genötigt, die OPG umzustrukturieren. Denn kommunale Unternehmen müssen sich laut Gesetz auf Geschäfte vor Ort beschränken. Stadt und Stadtwerke sicherten sich aber mit einem Anteil von 25,04 Prozent an der OPG Center-Parking ein Vetorecht bei wichtigen Entscheidungen, zum Beispiel bei Investitionen im Wert von über 400 000 Euro, bei der Gestaltung der Parkgebühren und bei der Aufstellung des Wirtschaftsplans. Bei ihren eigenen Parkhäusern und -plätzen behielt die Stadt die volle Tarifhoheit.

Für die OPG-Anteile und den Verkauf der Leitstelle am Flughafen Münster/Osnabrück kassierte die Stadt zunächst 1,5 Millionen Euro, in diesem Jahr und 2018 werden, abhängig vom wirtschaftlichen Erfolg, noch einmal jeweils bis zu 1,8 Millionen Euro fällig.

Die Einnahmen aus der Parkraumbewirtschaftung sind wichtig für die Stadt Osnabrück. Die OPG Center-Parking GmbH erzielte 2014 bei Umsatzerlösen von 11,6 Millionen Euro einen Jahresüberschuss von 440000 Euro. Die kerngesunde Besitzgesellschaft OPG mbH (Mutter der OPG Center-Parking) wies für 2014 einen Jahresüberschuss von 1,3 Millionen Euro aus, die Eigenkapitalquote beträgt solide 41 Prozent.