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Karriere mit Martial Arts? Der Osnabrücker Kampfsportler Dirk Rabe will nach Hollywood

Von Thomas Wübker | 16.09.2011, 09:59 Uhr

Dirk Rabe wirkt, als stehe er unter Strom. Er empfängt seinen Gesprächspartner nicht mit einem Hand-, sondern einem Handkantenschlag – angedeutet natürlich. Der 37-Jährige ist auf dem Sprung. Er will nach Hollywood ins Martial-Arts-Genre, wo schon andere Kampfsportler wie sein Vorbild Jean-Claude Van Damme furiose Karrieren hingelegt haben. Einen Künstlernamen hat er schon: D! Raven.

Manche Leute halten Dirk Rabe für verrückt. Doch das lässt ihn kalt. Er will seinen Traum wahr machen – und hat dafür eine überirdische Antriebsfeder. Der Diplom-Kaufmann hat vor einiger Zeit eine Berater-Firma gegründet. „Das ist mein Standbein“, sagt der durchtrainierte und muskulöse Mann, dem das Lächeln nicht aus dem Gesicht zu weichen scheint. „Ja, das habe ich schon oft gehört, dass mich die Leute für einen lustigen Typen halten“, sagt er – und lacht.

Dirk Rabe glaubt, der Sport habe seinen Charakter geprägt. Er hat nie Alkohol getrunken oder geraucht, berichtet er. „Sport hat mich zu einem glücklichen Menschen gemacht.“ Seit seinem elften Lebensjahr betreibt er Fitness-Training und Martial Arts. So wird auch ein Filmgenre genannt, in dem es hauptsächlich um Kampfsport, Action, Akrobatik und – seit Jackie Chan – auch um Slapstick geht.

Seinen Eltern hat Dirk Rabe damals gesagt, sie sollen ihn vom Fußball ab- und beim Karate anmelden. „Ich wollte an mir selbst arbeiten“, sagt er und betont, dass Karate keine „Hau-drauf-Geschichte“ sei, sondern eher ein mentales Training, das mit viel Disziplin und Motivation zu tun habe.

Die Amerikanerin Cynthia Rothrock soll ihm dabei helfen, die Tür nach Hollywood zu öffnen. Rothrock ist in der Martial-Arts-Szene ein Weltstar. Sie ist Trägerin von fünf Schwarzen Gürteln in verschiedenen Disziplinen und hat in zahlreichen Filmen mitgewirkt. Mit der 54-Jährigen hat Rabe bereits Workshops veranstaltet, in denen die Teilnehmer lernen können, wie Kampfsport vor der Kamera umgesetzt wird. Rothrock plant, demnächst eigene Filme als Produzentin zu realisieren, und hat Dirk Rabe versprochen, ihn im Hinterkopf zu behalten. „Sie hat bisher immer Wort gehalten“, sagt er zuversichtlich. Am 16. Oktober gibt Rothrock einen Workshop im Fitness-Studio am Salzmarkt.

Bereits seit 2009 arbeitet Dirk Rabe an seiner Karriere. Er hat bereits Foto-Shootings für Kalender und Magazine hinter sich und auch schon kleine Rollen gespielt. Vor Kurzem landete eine Anfrage für die RTL-Serie „Alarm für Cobra 11“ auf seinem Tisch. „Am liebsten spiele ich Bösewichte“, sagt er grinsend.

Doch eigentlich ist Dirk Rabe ein herzensguter Kerl. Die Hollywood-Karriere will er seinem Vater zuliebe auf die Beine stellen. Der ist kurz vor Weihnachten 2009 an Krebs gestorben. „Er hat mich immer angespornt und gesagt: ,Kleiner, du schaffst es‘“, erzählt Dirk Rabe. Jetzt will er es seinem alten Herrn „da oben“ zeigen. „Das spornt mich an.“