Ein Artikel der Redaktion

Kapelle auf Gut Honeburg für standesamtliche Trauungen zugelassen Ja-Wort in alten Gemäuern

Von Horst Troiza | 08.05.2011, 13:53 Uhr

Ehepaaren, die am Wochenende des 13. und 14. Mai heiraten, bietet das Standesamt einen exklusiven Ort für das Jawort. Zum ersten Mal werden in der Kapelle von Gut Honeburg in Haste Trauungen durchgeführt.

In der Mehrheit wird in der Stadtwaage getraut, doch die Standesamtmitarbeiter bieten Brautpaaren immer wieder weitere Örtlichkeiten von besonderer Bedeutung an. So konnten in der Vergangenheit Heiratswillige auf Gut Leye, im Botanischen Garten und im Stadion des VfL den Bund fürs Leben schließen. Jetzt ist mit der Kapelle von Gut Honeburg eine weitere Außenstelle hinzugekommen.

„Wir sind ja immer auf der Suche nach neuen Trauorten“, sagt Karin Heinrich, die Fachbereichsleiterin Bürger und Ordnung, zu dem das Standesamt gehört. In diesem Jahr können im Botanischen Garten wegen der Umbaumaßnahmen keine Trauzeremonien durchgeführt werden, weshalb nach neuen Adressen gesucht wurde. Fündig wurde man auf Gut Honeburg. Der Kontakt mit dessen Bewohnern Dominik Freiherr Ostman von der Leye und seiner Frau Greta hatte schon zuvor bestanden, da auch das in deren Besitz befindliche Gut Leye für Hochzeiten zur Verfügung stand.

Damit auf Gut Honeburg geheiratet werden kann, war zuerst die sogenannte Profanation der Kapelle nötig. „Standesamtliche Trauungen dürfen nur in nicht geweihten Räumen durchgeführt werden“, erklärt die Fachbereichsleiterin. Das leitet sich ab von der im Grundgesetz festgelegten Neutralität in Sachen Religion, wie sie in der Bundesrepublik praktiziert wird.

Die Entweihung der katholischen Kapelle auf Gut Honeburg war vor zwei Jahren zu Beginn von Renovierungsarbeiten durch Pastor Dr. Thomas Stühlmeyer durchgeführt worden. Im Anschluss war das aus dem Jahr 1888 stammende Gebäude energetisch saniert worden.

„Als wir das Angebot, hier zu heiraten, auf unserer Internetseite veröffentlicht haben, waren die 16 Termine am 13. und 14. Mai innerhalb kürzester Zeit vergeben“, berichtet Standesbeamtin Anja Knostmann. Nadja Hajir und Adrian Bente gehören zu den Paaren, die einen dieser Termine ergattern konnten. „Für unsere Hochzeit haben wir uns einen außergewöhnlichen Ort gewünscht und ihn hier gefunden“, verrät die Braut.

Dass auf dem sonst so ruhig gelegenen Gut, dessen Ursprünge bis in die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts zurückreichen, am kommenden Wochenende von morgens bis abends „Durchgangsverkehr“ herrscht, beunruhigt die Hausherrin wenig. „Ich freue mich darauf und bin gespannt auf die Brautpaare.“

TEASER-FOTO: