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Känguru-Stuhl für das CKO Durch Hautkontakt die Eltern-Kind-Bindung fördern

Von Antonia Wahmhoff | 27.12.2016, 18:11 Uhr

Die Methode des „Känguruing“ fördert laut medizinischer Forschung die Bindung zwischen Frühgeborenen und ihren Eltern. Sie wird auch im Christlichen Kinderhospital Osnabrück angewandt. Mit einer Spende über den CKO-Förderverein „Gecko“ konnte nun ein neuer Känguru-Stuhl angeschafft werden.

Bei Neugeborenen und ihren Eltern baut sich durch den direkten Hautkontakt nach der Geburt eine enge Bindung auf. Das ist wichtig für die psycho-soziale und emotionale Entwicklung des Kindes. Um die Entwicklung, gerade bei Frühgeborenen, zu fördern, ist das „Känguruing“ eine gängige medizinische Methode. Dabei wird das nackte Baby auf den bloßen Oberkörper der Mutter oder des Vaters gelegt, sodass es Stimme, Herzschlag und Körpergeruch wahrnimmt. Für einen positiven Effekt ist es dabei wichtig, dass die Eltern eine bequeme Liegeposition einnehmen, in der sie für eine längere Zeit verweilen können. Diese Voraussetzung bietet ein spezieller Känguru-Stuhl.

„Känguruing“ im CKO

Mit der Unterstützung des Fördervereins „Gecko“ konnte das CKO einen neuen Känguru-Stuhl für die Neugeborenenstation anschaffen. Bei der Übergabe erklärte der ärztliche Direktor des CKO, Burkhard Rodeck, das Prinzip, indem er einen anschaulichen Bezug zum namengebenden Tier herstellte: „Ähnlich wie ein Känguru-Junges, das im Beutel der Mama heranwächst, spürt auch das Baby auf dem Bauch der Mutter ihre Wärme. Während der Schwangerschaft nehmen Kinder ihre Mutter von innen wahr. Nach der Geburt, gerade eines Frühchens, möchte man dem Kind durch das Känguruing das ermöglichen, was es aus dem Mutterleib gewohnt ist. Die Methode sorgt für eine bessere Temperaturregelung der Frühgeborenen und für eine höhere Überlebensrate.“

„Wir machen wirklich gute Erfahrungen mit den Känguru-Stühlen“, bestätigte Stationsleitung Anke Wieligmann. Den passenden Stuhl zu finden, sei gar nicht so leicht gewesen. „Zusammen mit den Eltern haben wir viele Exemplare getestet“, sagte Wieligmann.

Spende durch Oktoberfest

Nicht zum ersten Mal unterstütze die Kfz-Werkstatt Restemeier den Förderverein Gecko mit den Eintrittsgeldern des traditionellen Restemeier-Oktoberfests. Diesmal kamen 2000 Euro zusammen, die nun in die Finanzierung des Känguru-Stuhls flossen. „Uns ist es wichtig, dass das Geld in Osnabrück bleibt und dem Nachwuchs zu Gute kommt“, betonte Sven Aßmann von der Geschäftsleitung. Auch im nächsten Jahr soll das Geld an „Gecko“ gehen. Die Aussichten sind gut, denn 1600 Karten wurden schon verkauft.