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Kämpfen für mehr Gehalt Demo in Osnabrück: Mitarbeiter des Diakoniewerks fordern Tarifverträge

Von Regine Hoffmeister | 28.09.2011, 17:59 Uhr

Knapp 300 Diakoniemitarbeiter und Verbündete demonstrierten am Mittwoch auf dem Osnabrücker Nikolaiort für Tarifverträge und bessere Arbeitsbedingungen im Sozial- und Gesundheitswesen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte die kirchlichen Angestellten im Rahmen einer landesweiten Aktionswoche zu Warnstreiks aufgerufen. Hintergrund ihrer Forderungen ist das Scheitern der Verhandlungen über einen bindenden Tarifvertrag im April.

„Wir beten jeden Tag fleißig für den Tarifvertrag“ und „Tarifvertrag ist kein Teufelswerk“ war auf den Transparenten bei der Demonstration zwischen Ledenhof und Nikolaiort zu lesen. Mit Rasseln, Trillerpfeifen und Megafon machten die Mitarbeiter der kirchlichen Einrichtungen Diakoniewerk und Heilpädagogische Hilfe aus Osnabrück sowie Eylarduswerk Bad Bentheim ihrem Ärger Luft. Auch Mitarbeiter des Klinikums und der Stadtverwaltung waren dabei.

Verdi fordert in einem ersten Schritt einen Tarifvertrag für die Diakonie, der später einmal zu einem Tarifvertrag Soziale Dienste, der auch Awo, Caritas, DRK u.a. umfasst, ausgeweitet werden soll. Außerdem will die Gewerkschaft fünf Prozent mehr Gehalt, Regelungen zur Altersteilzeit, bessere Vergütung von Mehrarbeit und verlässliche Arbeitszeiten für die Diakoniemitarbeiter durchsetzen.

Hinrich Haake, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Osnabrück und Vorsitzender der „Konferenz der Diakonie Stadt und Landkreis Osnabrück“, hat am Mittwoch mit Unverständnis auf die Verdi-Demo reagiert. „Es ist uns unverständlich, warum Verdi mit seinen Kampfmaßnahmen gerade auf die Diakonie zielt, statt um einen Tarifvertrag im nicht-kirchlichen Bereich zu kämpfen. Würden die Mitarbeitenden dort mit ähnlich hohen Tarifen vergütet, wie sie bei den kirchlichen Trägern üblich sind, müsste keine Einrichtung mehr um ihre Existenz fürchten“, heißt es in einer Pressemitteilung.