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Juso-Forderung nach Wildtierverbot Leben im Zoo für bedrohte Tiere das geringere Übel

Meinung – Sebastian Stricker | 08.06.2018, 19:32 Uhr

Nach uns die Sintflut! Wer wie die Osnabrücker Jusos Zoos pauschal die Berechtigung abspricht, exotische Tiere zu halten, der hätte wohl auch die Arche Noah leer davonschwimmen lassen.

Natürlich muss man Zoos nicht gut finden. Im Gegenteil: Der Anblick fremder, eingesperrter Tiere, besonders der Größten und Stolzesten wie Elefant, Löwe, Tiger oder Menschenaffe, macht viele Menschen traurig – mögen die Käfige noch so golden sein. Den wilden Tieren aus aller Welt aber deshalb ausnahmslos ein Leben ohne Zäune und Gitter zu gewähren, wäre gedankenlos. Denn diese Freiheit ist trügerisch. Solange der Mensch den Artenschutz in der Wildbahn nicht garantieren kann, solange er die Tiere hemmungslos jagt und ihren Lebensraum vernichtet, solange bleiben Zoos oft letzte Zuflucht für gefährdete oder vom Aussterben bedrohte Spezies.

Wahr ist: Vielen wilden Tieren geht es in menschlicher Obhut besser, als wenn sie an ihren angestammten Plätzen auf sich allein gestellt wären. In wissenschaftlich geführten Zoos wie Osnabrück führen die Tiere zwar ein Leben mit Einschränkungen – das sie im Übrigen meist gar nicht anders kennen. Aber hier sind sie wenigstens sicher, können außerdem zur Erhaltungszucht eingesetzt werden und uns zu Verantwortung für Mutter Natur mahnen.