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„Jugend forscht“ 2016 Osnabrücker reinigen Dachrinnen mit Kameraunterstützung

Von David Hausfeld, David Hausfeld | 22.02.2016, 17:55 Uhr

Dachrinnen reinigen ohne nennenswerte Unfallgefahr, verspricht das „Jugend forscht“-Projekt von Helke Focke, Jan-Hendrik Borgstädt und Jan Dohm. Die Schüler der Berufsbildenden Schulen (BBS) Osnabrück-Haste haben den Prototypen eines kameragestützten Dachrinnenreinigungssystems für den Regionalentscheid am 25. und 26. Februar in Lingen entwickelt.

Dachrinnen in rund neun Meter Höhe mühelos von Laub befreien, ohne eine professionelle Firma oder einer halsbrecherischen Leiterbesteigung? Mit dem kameragestützten System der Berufsschüler kein Problem. Bis auf 9,20 Meter ist die Laubsauger-Konstruktion der drei Jungforscher stabil und funktioniert einwandfrei - solange es beim Laub bleibt. Stöcker, Eicheln und Tannennadeln verstopfen auf Dauer das Gerät, erläutert Dohm. (Weiterlesen: Osnabrücker Schüler entwickelt löschbare rote Tinte) 

Liveübertragung aus der Rinne

Ein handelsüblicher Laubsauger mit flexiblem Schlauch, Auffangwagen, austauschbaren Verlängerungsrohren und einem gebogenen Endstück bilden die Basis. Eine am Endstück befestigte Babykamera , wie sie von frisch gebackenen Eltern im Kinderschlafzimmer eingesetzt wird, ist der eigentliche Clou. Diese liefert einen direkten Blick in die Rinne auf einen Monitor am unteren Ende des Saugapparates: Bequeme Reinigung in luftiger Höhe - vom Erdboden aus. Ohne den Sauger investierten die Schüler rund 180 Euro in die Bauteile.

Weniger gefährlich

„Das Problem war immer die Leiter“, erläutert Borgstädt seine bisherige Erfahrung mit der Rinnenreinigung. Maximal ein bis anderthalb Meter Dachrinne könnten gereinigt werden, bevor die Leiter umgestellt werden muss. Die Leiter fällt nun weg und mit ihr das ewige Rauf- und Runtersteigen. Viel wichtiger jedoch: Der Dachrinnensauger ist weniger gefährlich. Die erste Idee eines Dachrinnenschiebers wurde vom Team verworfen, zu aufwendig und teuer wäre die Konstruktion geworden, schildert Borgstädt.

 (Weiterlesen: „Jugend forscht“ 2016 - Wie gesund sind die Gewässer in Osnabrück?) 

Heiß begehrt

Bis auf 10 Meter Höhe wurde getestet, dazu verschiedene Rohrgrößen und Materialien sowie die Performance von Laubsauger im Vergleich zu einem Nass-Trocken-Sauger. Auch die Länge der Dachrinnenstrecke eines Durchschnittshauses (rund 45 Meter Dachrinne) ermittelten die Schüler in einer Feldforschung. Jeder herkömmliche Laubsauger müsste genug Leistung aufbringen können, um mit dem Verlängerungsaufsatz zu funktionieren, sagt Dohm. Das alles hat sich schon gelohnt, denn der Apparat soll auch in der täglichen Praxis eingesetzt werden und ist schon jetzt beim Lehrerkollegium heiß begehrt.

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