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Interview zum Schlossgarten-Open-Air Rüdiger Scholz: „Rea Garvey war nah am Publikum“

Von Ralf Döring | 07.08.2016, 18:52 Uhr

Am Sonntag ist bei Rüdiger Scholz Entspannung angesagt. Vorher spricht der Organisator des Schlossgarten-Open-Airs aber noch mit der NOZ über den Erfolg des diesjährigen Festivals - und über die Pläne für das nächste.

 Herr Scholz, für das Konzert von Cro Samstagabend gab es noch eine Abendkasse. Sind dort alle Karten rausgegangen? 

Wir haben aber das mehr als respektable Ergebnis von 11500 Gästen erzielt. Damit sind wir sehr zufrieden – im Prinzip waren wir an beiden Tagen ausverkauft.

 Was war Ihr persönliches Highlight? 

Rea Garvey. Der liegt mir musikalisch, und außerdem war er sehr nah am Publikum. Ich fand es großartig, wie er durchs Publikum zum Podest für die Menschen mit Behinderung gegangen ist. Auch Mark Forster mit seinem sehr speziellen Auftritt hat mir gut gefallen - bei ihm war ja der Gitarrist ausgefallen, weil der in den Kreißsaal zur Geburt seines Kindes musste. Oder Max Giesingers Idee mit der Schaufensterpuppe von L&T: Solche Sachen machen aus einem Festival ein besonderes Highlight. Abschließend muss ich sagen: Cro Unplugged hat mich – mit Streichern, Bläsern, mit fast 50 Aktiven auf der Bühne – tief beeindruckt. Ich habe nach dem Konzert noch länger mit Cro gesprochen, und er hat gesagt, von allen Shows, die er aktuell gespielt hat, sei das der beste Auftritt gewesen.

 Im Schlossgarten muss also eine inspirierende Atmosphäre herrschen; zuvor hatte Rea Garvey ja auch im NOZ-Video-Interview gesagt, wie toll er es findet, vor 12000 Menschen zu spielen. 

Das greift alles gut ineinander: Wir hatten ein ausverkauftes Gelände, die wirklich schöne Kulisse des Schlossgartens, für die Künstler einen sehr schönen Backstagebereich mit tollen Garderoben, Catering in der Aula des Schlosses – das macht ein Event besonders.

 Aus bekannten Gründen sind die Sicherheitsvorkehrungen massiv erhöht worden. Haben Sie sich trotzdem Sorgen gemacht? 

Grundsätzlich glaube ich an das Gute; allein deswegen hatte ich keine Sorgen. Außerdem haben wir in Zusammenarbeit mit den Ordnungsbehörden und der Feuerwehr alles Menschenmögliche getan, um das Gelände sicher zu machen. Mit Polizei, Sanitätern, Feuerwehr und Notärzten waren 160 bis 170 Leute im Einsatz, und ich glaube, dass sich jeder Besucher zu jeder Zeit wohlgefühlt hat.

 Es wurde im Vorfeld des Festivals bereits über das nächste Jahr gesprochen; von einem dritten Tag mit DJ Robin Schulz war da die Rede. Gibt es darüber hinaus schon konkrete Pläne? 

Grundsätzlich ist der dritte Tag eine politische Entscheidung. Wir würden uns aber natürlich sehr freuen, Robin Schulz mal in seiner Heimatstadt zu präsentieren, und Robin würde sich darüber ebenfalls freuen. Deshalb hoffen wir, dass wir von Politik und Verwaltung grünes Licht kriegen. Ansonsten kann ich sagen: Das Festival ist mittlerweilen bei den deutschen Agenturen sehr etabliert. Wir haben jetzt bereits Anfragen von Xavier Naidoo, Simple Minds, Silbermond. Deshalb sind wir sicher, dass es auch 2017 wieder ein schönes Programm geben wird. Wir werden aber sehr genau gucken, was zu Osnabrück und zum Flair des Ortes passt. Gleichzeitig wollen wir auch das nächste Festival wieder familientauglich gestalten. Wir sind da aber sehr guter Dinge.

 Das Programm des Schlossgarten-Open-Airs orientiert sich sehr stark am Publikumsgeschmack. Dagegen gibt es auch nichts einzuwenden. Wäre aber nicht im dritten Festivaljahr das eine oder andere Experiment drin? 

Im Kleinen haben wir damit dieses Jahr schon angefangen: Walking on Cars ist eine internationale Band, die gerade auf dem Sprung ist und von der ich erwarte, dass sie in den nächsten ein, zwei Jahren die größeren Hallen füllen wird. Im Vorprogramm von Cro hatten wir Vona, auch ein nahezu unbekannter Act. Auch Max Bielinger ist erst auf dem Sprung, und auch wenn das bei ihm über seinen EM-Song etwas schneller gegangen ist, bleibt er noch ein echter Newcomer. Ich könnte mir aber große Indie-Bands vorstellen, mit denen wir die Gespräche suchen werden; meinetwegen Bosse. Aber bei einem Festival, das sich an die Bürger der Stadt wendet, müssen wir Sachen machen, die eine gewisse Popularität haben.