Ein Artikel der Redaktion Neue Osnabrücker ZeitungLogo Neue Osnabrücker Zeitung

Internationaler Ideenwettbewerb „Falling Walls Lab“ sucht Weltverbesserer in Osnabrück

21.07.2014, 20:00 Uhr

sst/rbru Osnabrück. Wer Neues sehen will, muss Mauern einreißen: Mit diesem Leitgedanken präsentieren internationale Spitzenforscher, Denker und Künstler seit 2011 im „Falling Walls Lab“ ihre Vorschläge für eine bessere Welt. Die deutsche Vorentscheidung zum diesjährigen Ideenwettbewerb finden am Donnerstag, 14. August, im Bohnenkamp-Haus des Botanischen Gartens der Universität Osnabrück statt.

Bis 31. Juli können sich Nachwuchsforscher, Jungunternehmer und andere Weltverbesserer online bewerben . Den Besten winkt ein Platz im „Falling Walls Lab“-Weltfinale Anfang November in Berlin. Dieses ist eingebunden in die weltbekannte „Falling Walls“-Konferenz , bei der seit 2009 – sinnigerweise am Jahrestag des Mauerfalls – 20 Spitzenforscher aus aller Welt in der deutschen Hauptstadt ihre aktuellen Durchbrüche vorstellen. Ziel der Konferenz ist es, Lösungen für globale Herausforderungen wie Klima und Energieerzeugung, Gesundheit, Ernährung, Sicherheit, faires und nachhaltiges Wirtschaften aufzuzeigen. Im Mittelpunkt steht dabei das Überwinden von Grenzen – vor allem von Barrieren in den Köpfen der Menschen, die sie in ihrem Denken und Handeln beschränken.

Drei Minuten Zeit

Die Qualifikationsrunde in Osnabrück – eine von 13 weltweit und neben Berlin die einzige in Deutschland – ähnelt einem Speeddating: Die Teilnehmer haben jeweils drei Minuten Zeit, um ihre Arbeit, ihr Geschäftsmodell oder Idee einer Jury vorzustellen. Die letzten 30 Sekunden sind für Fragen vorgesehen – danach wird dem Referenten das Mikrofon abgedreht. Es kommt also darauf an, seine Idee auf den Punkt zu bringen. Weitere Vorentscheidungen dieser Art finden in diesem Jahr unter anderem in Kopenhagen (Dänemark), Edinburgh (Schottland), Wien (Österreich), Kairo (Ägypten) und Sendai (Japan) statt. Beim „Falling Walls Lab“-Weltfinale am 8. November in Berlin werden dann 100 Kandidaten aus bis zu 75 Ländern vor eine internationale Expertengruppe treten. Wer dort für seine Idee ausgezeichnet wird, kommt zur Belohnung sogar mit Nobelpreisträgern in Kontakt.

Vorjahressieger aus Osnabrück

Im vergangenen Jahr landete der Osnabrücker Kognitionswissenschaftler Tarek R. Besold auf dem zweiten Platz des „Falling Walls Lab“. Er arbeitet an der Entwicklung von Supercomputern, die in der Lage sind, Werke auf dem Niveau von Starkomponisten zu komponieren. „Die Bandbreite der Themen ist neben der internationalen Ausrichtung des Wettbewerbs das eigentlich Faszinierende“, berichtet Besold, der gerade als Gastwissenschaftler in Edinburgh weilt. Eine Linguistin etwa habe 2013 einen neuen Ansatz zur Kafka-Analyse vorgestellt. Ein junger Afrikaner erklärte, wie man eine ungenießbare Baumfrucht aus seinem Land mit einfachen Mitteln essbar macht. Und der Gesamtsieger aus Österreich befasste sich in seiner Forschung mit Analyseverfahren für verunreinigte Flüssigkeiten.

Auf Bitten des Veranstalters, der Berliner Falling Walls Foundation, organisiert Besold das „Falling Walls Lab“ in Osnabrück gemeinsam mit einer weiteren Finalistin des Vorjahres, Erika Georget vom DIL in Quakenbrück . Rund 320 Universitäten, Forschungseinrichtungen und Hochschulen haben sie aufgefordert, am Vorentscheid teilzunehmen. Um noch mehr Interessierte zu erreichen, wurde der ursprüngliche Anmeldeschluss 23. Juli inzwischen auf das Monatsende verschoben. Tarek R. Besold empfiehlt dringend, sich zu bewerben. „Selbst für diejenigen, die sich nicht platzieren, ist die Veranstaltung ein Gewinn, weil man sehr viele interessante Menschen kennenlernt und Kontakte knüpfen kann.“