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Innovationscentrum öffnet am 6. März Osnabrücker Ideenschmiede als Sprungbrett für Erfinder

Von Sebastian Stricker | 17.02.2014, 18:25 Uhr

Es gilt als Brutkasten für Leute mit Visionen, als Sprungbrett für die technologische Start-up-Szene – kurz als Versuchslabor und Tummelplatz für alle Daniel Düsentriebs, die Stadt und Landkreis zu bieten haben: das Innovationscentrum Osnabrück (ICO). Schon in wenigen Tagen sollen hier endlich Köpfe qualmen und Ideen sprudeln. Am 1. März ziehen die ersten Mieter in den spektakulären Neubau am Wissenschaftspark ein.

Die offizielle Schlüsselübergabe ist für den 6. März geplant. Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) wird zu diesem Anlass erwartet, ebenso führende Häupter der Geldgeber, sprich: Stadt und Landkreis, Stadtwerke und Sparkasse. Sie stellten zusammen mit dem EU-Regionalfonds (EFRE) knapp elf Millionen Euro für den Aufbau des ICO zur Verfügung – ein Budget, das nach Auskunft von Osnabrücks Wirtschaftsförderin Sonja Ende gar nicht komplett in Anspruch genommen werden musste. „Wir haben vorsichtig kalkuliert und sind unter der Schätzung geblieben. Wirklich ein Großprojekt, das gut geklappt hat!“

Errichtet in unmittelbarer Nähe zum Campus von Hochschule und Universität, soll das Innovationscentrum Osnabrück den erfinderischsten Absolventen als Sprungbrett in die Selbstständigkeit dienen. Auf insgesamt drei Ebenen befinden sich im ICO unterschiedlich große Büroräume ab 23 Quadratmeter. Gestaffelte Mietpreise, flexible Verträge ohne lange Kündigungsfristen und eine topmoderne Informationstechnik erlauben es den Jungunternehmern, sich frei von bürokratischem Aufwand und hohen finanziellen Hürden zunächst ganz auf ihr Geschäft konzentrieren zu können. Maximal acht Jahre lang dürfen sie von diesen Rahmenbedingungen profitieren. Dann heißt es: Platz machen für andere Nachwuchstüftler.

Fast nichts mehr frei

Seit vergangenem Freitag richtet sich bereits das ICO-Management an der neuen Adresse ein. Bisher im Centrum für Umwelt und Technologie beheimatet, will es ab dem 18. Februar in der Albert-Einstein-Straße 1 durchstarten, wie es auf der Facebook-Seite des ICO verspricht. Mit der Suche nach Nutzern der U-förmigen Denkfabrik am Westerberg hat es dann glücklicherweise nicht mehr so viel zu tun. Denn im Innovationscentrum Osnabrück ist laut Sonja Ende „so gut wie nichts mehr frei“. 90 Prozent der Mietverträge seien unterschrieben, so die Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Osnabrück ( WFO ). Für Kurzentschlossene gehe allenfalls noch etwas im gemeinschaftlichen Arbeitsbereich , der im ICO-Sprech „Coworking“ heißt. Dieser rund 120 Quadratmeter große Raum hält 18 Arbeitsplätze vor, die für einen Tag, eine Woche oder monatsweise gebucht werden können.

Welchen Stellenwert das Innovationscentrum Osnabrück für die Region hat, betonte Geschäftsführer Siegfried Averhage dieser Tage noch einmal in der TV-Nachrichtensendung „Blick in den Landkreis“ auf os1.tv. „Es geht uns darum, kreative Köpfe und zukunftsweisende, junge Unternehmen zu unterstützen und in der Region zu halten.“ Als Vorbilder dienten dem ICO etwa das Technologie- und Gründerzentrum Oldenburg , wo sich seit dem Start im Jahr 2003 bereits 70 Firmen niedergelassen haben, sowie der Technologiepark Dortmund . Der besteht seit 1985 und lockte bis heute 235 Hightech-Unternehmen an.

Das ICO bildet das Herzstück des neuen Wissenschaftsparks Osnabrück , in dem seit Anfang Januar auch der Umweltdienstleister Hellmann Process Management und das Planungsbüro Rohling einen neuen Standort haben. Mehrere Hundert Mitarbeiter finden Platz in dem mit allen Finessen gebauten Bürohaus , außerdem sollen hier angehende Bauingenieure der nahen Hochschule ausgebildet werden. Auch die umliegenden Grundstücke (750 bis 15.000 Quadratmeter) würden „sehr sorgfältig“ vergeben, sagte Wirtschaftsförderin Ende. Das spezielle Anforderungsprofil , das die Stadt an künftige Eigentümer stellt, zwinge deshalb zur Geduld. „Die Vermarktung kann sich lange hinziehen, vielleicht fünf bis zehn Jahre.“ Um unschöne Brachen zu vermeiden, werde es aber für unbebaute Flächen im Wissenschaftspark „originelle Zwischennutzungen“ geben, kündigte Ende an. Was genau sie damit meint, ließ die WFO-Geschäftsführerin allerdings noch offen.