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Informatik-Projektmesse Osnabrücker Studenten erschaffen virtuelle Realität

Von Vincent Buß | 20.02.2017, 15:05 Uhr

Von virtueller Realität bis zum autonomen Fahren: Mit mehreren Projekten haben Informatik-Studenten der Hochschule Osnabrück im Wintersemester 2016/17 die Trends der Branche aufgegriffen.

Ein Semester lang entwickelten 43 Studenten der Medieninformatik und technischen Informatik gruppenweise sieben praxisnahe Projekte, manche auch in Zusammenarbeit mit Osnabrücker Firmen. Am Donnerstag wurden sie der Öffentlichkeit präsentiert.

Viel Aufmerksamkeit zog das Horror-Computerspiel „Blink Escape“ auf sich, das die Virtual-Reality-Technologie (VR) nutzt. Mithilfe einer Spezialbrille taucht der Spieler komplett in eine künstliche Wirklichkeit ein. Aufgabe bei „Blink Escape“ ist es etwa, aus einem Raumschiff zu fliehen und dabei Angriffe von Monstern abzuwehren. Das Besondere dieses Ego-Shooters: Die Steuerung der Spielfigur erfolgt durch den eigenen Körper, Nutzer von „Blink Escape“ bewegen sich also tatsächlich in einem neun Quadratmeter großen Feld fort. Ein Tester resümiert: „Anfangs war es schwierig, aber es hat viel Spaß gemacht. Und die Monster waren wirklich gruselig!“ (Rückblick auf das Spielejahr 2016: Das waren unsere Tops und Flops bei X-Box One, PC und Playstation 4) 

Tablet statt Klemmbrett

Aktuell würden einige VR-Spiele entwickelt, veröffentlicht seien bisher jedoch nur wenige, berichtete Lennart Erpenbeck, einer der Studenten hinter dem Projekt. Der betreuende Professor Philipp Lensing merkte an: „So ein Spiel muss natürlich auch Spaß machen.“ Offiziell vorgestellt werden soll „Blink Escape“ bei der Osnabrücker Campusnacht am 10. Juni. Dass virtuelle Realität aber auch ganz anders genutzt werden kann als für Computerspiele, zum Beispiel für therapeutische Zwecke, zeigte übrigens ein weiteres Studententeam der Hochschule Osnabrück. Es erschuf einen VR-Reha-Parcours. Dabei ersetzten sie echte Hindernisse durch computererzeugte Baumstämme oder Felsen, die Patienten durch VR-Brillen sehen können.

Unter dem Motto „Tablet statt Klemmbrett“ entwickelte eine Gruppe zusammen mit der Kunststofffirma Huntsman ein Programm, das Papierformulare ersetzt. Offenbar funktioniert es so gut, dass es bald auch an anderen Standorten des Osnabrücker Unternehmens eingesetzt werden könnte, wie ein Huntsman-Mitarbeiter erklärte. „Digitaler Zwilling“ taufte ein anderes Studententeam seine Erfindung. Mit ihr kann Warenproduktion in Echtzeit am Bildschirm verfolgt werden, auch auf dem Smartphone. Projektteilnehmerin Nina Gödde: „Technische Informatiker und Medieninformatiker ergänzen sich bei solchen Aufgaben sehr gut.“

Selbstständig parkende Modellautos

Auch um das Thema autonomes Fahren machten sich die Osnabrücker Hochschulstudenten Gedanken. Mit einem computergesteuerten Fahrzeug namens „Oscar“ nahm eine Gruppe um Studentin Kristina Kruse am Carolo-Cup für selbstfahrende Modellautos teil und erreichte den sechsten Platz von elf Teilnehmern. Das Oscar musste bei dem Wettbewerb Vorfahrtsregeln beachten, Fahrzeuge überholen und sogar einparken. Kruse ist mit dem sportlichen Ergebnis zufrieden, gibt aber schon das Ziel für kommende Semester vor: „Zusätzlich zur Kamera müssen jetzt Fahrsensoren eingebaut werden.“