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Im plattdeutschen Gebiet ist auch eine andere Herleitung möglich Der erste Prelle fiel durch seine Lautstärke auf

Von Winfried Breidbach, Winfried Breidbach | 10.06.2018, 18:13 Uhr

Osnabrück Unser Leser Peter Prelle aus Osnabrück rechnet mit hugenottischem Ursprung seines Familiennamens und denkt an eine Vorform „de Prellé“.

Etwa 600 Personen tragen den Nachnamen Prelle in Deutschland, wo er vor allem in Niedersachsen im Großraum Hannover zu finden ist. Auch in den Nachbarländern Österreich, Schweiz, Niederlande, Belgien und Frankreich gibt es diesen Namen, doch mit Ausnahme Frankreichs (etwa 30 Namensträger) ist Prelle dort sehr selten. Häufiger ist die Namensform Prell mit über 3300 Personen. Prell ist überwiegend im Süden Deutschlands anzutreffen, insbesondere in Bayern, wo sich im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge das stärkste Nest des Namens abzeichnet.

Ein französischer Ursprung des Namens Prelle ist grundsätzlich nicht auszuschließen, da es einen gleichlautenden französischen Familiennamen gibt. Dieser ist neben Varianten wie Prêle, Preel, Prel vom Wort pré „Wiese“ abgeleitet und ist als Wohnstättenname zu erklären.

Ursprung bei Adelsfamilie?

Einen anderen Ursprung hat die belgisch-wallonische Adelsfamilie De Prelle, deren Name vom Ort de Presles in der belgischen Provinz Hennegau ausgeht. In den Verzeichnissen der Hugenottennamen sind Prelle und de Prelle nicht enthalten, doch konnten diese Namen auch auf anderen Wegen nach Deutschland gelangen.

Als deutscher Familienname ist Prelle im hochdeutschen Gebiet die ältere Form des Namens Prell. Die namengeografische Verteilung von Prell und Prelle entspricht der typischen Verteilung anderer Namen: die ältere zweisilbige Form ist besser im Norden erhalten, die verkürzte Form dominiert im Süden. Prelle und die verkürzte Form Prell gehören eindeutig zum mittelhochdeutschen Wort prelle, das „Schreier“ bedeutete. Der Familienname wurde demnach offensichtlich an einen Menschen verliehen, der durch seine Lautstärke aufgefallen ist.

Ein kräftig gebauter Mensch

Für das niederdeutsche Sprachgebiet ist eine zweite Möglichkeit anzuführen. Das Eigenschaftswort „prall“ hat im südöstlichen Niedersachsen eine mundartliche Nebenform „prell“. In dieser Region, in der auch das Hauptverbreitungsgebiet von Prelle liegt, kann der Familienname daher ebenso wie die Namen Pralle und Prall vom Wort prall/prell ausgehen. Dann handelt es sich um Bezeichnungen eines „prallen“, das heißt, „kräftig gebauten“ Menschen.

Einige historische Belege: 1361 „Fricz der Prelle“ (Eger), 1385 „Mathis Prel“ (Altenburg), 1409 „Hanse Prellen“ (Braunschweig), 1440 „Andreas Prelles“ (Calbe), 1447 „Fritze Prelle“ (Hildesheim), 1507 „Hans Prell“ und „Bartel Prell“ (Saalfeld), 1548 „Anthonius Prell“ und „Symon Prell“ (Thüringen).