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„Im Angesicht des Bösen“ Profiler Axel Petermann kommt für Lesung nach Osnabrück

Von Joachim Schmitz | 29.01.2015, 11:36 Uhr

Er gilt als heimlicher „Mr. Tatort“ – der Profiler Axel Petermann hat als Berater schon an vielen Folgen von Deutschlands beliebtester Krimiserie mitgearbeitet. Bis zu seiner Pensionierung klärte der frühere Chef der Bremer Mordkommission außerdem selbst zahlreiche Verbrechen auf. Am Mittwoch, 4. Februar, kommt er nach Osnabrück zu einer Lesung zugunsten von terre des hommes.

„Tatort“ ist ein Zauberwort in Deutschland. Jeden Sonntagabend versammeln sich zwischen acht und zwölf Millionen Menschen vor dem Fernseher, wenn die ARD ihr Krimi-Mutterschiff und das letzte Fernseh-Lagerfeuer der Nation ausstrahlt, das am nächsten Morgen an Werkbänken, in Büros und Hörsälen für Gesprächsstoff sorgt, weil die meisten am Vorabend dabei waren. Ein über 60-jähriger Bremer ist dabei Deutschlands heimlicher „Mr. Tatort“: Axel Petermann.

„Mr. Tatort“ – warum? Axel Petermann war lange Jahre Leiter der Bremer Mordkommission, hat als Profiler Hunderte von Tötungsverbrechen untersucht und Täter ermittelt – und er hat beim Fernsehen eine Karriere gemacht, die ihm zusätzliches hohes Ansehen bescherte: Der Mann mit der Frisur eines in die Jahre gekommenen Beatles-Fans und der sanften Stimme, die so gar nicht zu seiner beruflichen Laufbahn zu passen scheint, berät seit 2002 den Bremer „Tatort“ und hat mit seinen Expertisen mittlerweile über 20 Fälle der Kommissare Lürsen (Sabine Postel) und Stedefreund (Oliver Mommsen) bereichert. Sämtliche Fälle des herausragenden Frankfurter Ermittlerduos Frank Steier/Conny Mey (Joachim Król/Nina Kunzendorf) basierten auf realen Fällen, die Petermann in seinem ersten Buch „Auf der Spur des Bösen“ schilderte und damit in die Bestsellerlisten einzog. Und auch beim nächsten, sehenswerten Leipziger „Tatort“ mit dem Titel „Blutschuld“ (15. Februar) mit Simone Thomalla und Martin Wuttke hat er die Produktion beraten – mit dem Ergebnis, dass Francois Werner vom renommierten Internetportal tatort-fundus.de die realistische Darstellung der Polizeiarbeit in höchsten Tönen lobt.

Lesen Sie hier ein ausführliches Interview mit Axel Petermann (Mai 2014)

Ende vergangenen Jahres ist Petermann in den Ruhestand gegangen – und seitdem kein bisschen ruhiger geworden. Gerade hat er sein drittes Buch fertiggestellt, das Mitte Juni unter dem Titel „Der Profiler – Ein Spezialist für ungeklärte Morde berichtet“ erscheinen wird. Und künftig, so erzählt er im Gespräch mit unserer Redaktion in einem Bremer Restaurant, will er Hinterbliebenen rätselhafter Todesfälle, die niemals geklärt wurden, dabei helfen, ein wenig mehr Gewissheit zu bekommen und Antworten auf bislang unbeantwortete Fragen zu finden. Petermann ist ein Ermittler, der immer die Frage nach dem „Warum“ beantworten will und so auf die Spur der Täter findet.

Am nächsten Mittwoch, 4. Februar, kommt Petermann um 20 Uhr zu einer Benefiz-Lesung zugunsten der Kinderschutzorganisation terre des hommes ins Blue Note nach Osnabrück. Er wird aus seinem zweiten Buch „Im Angesicht des Bösen“ lesen. Unter anderem vom grausamen Tod einer jungen Frau, die in einem Bremer Parkhaus von einem krankhaft veranlagten Täter bestialisch ermordet wurde. Ein Fall, der jedem unter die Haut geht, den Petermann aber mit den nüchternen Worten des Profilers schildert und analysiert. Um diesen Fall zu klären, holte sich Petermann den Rat einer Domina aus der Bremer Rotlichtszene – und hatte mit seinen unkonventionellen Methoden letztendlich Erfolg.

Er werde nicht nur vorlesen, betont Petermann, sondern auch aus seiner Arbeit als Profiler berichten und auf Fragen seines Publikums eingehen. Der Abend könnte spannend werden - ganz ohne „Tatort“ im Fernsehen. Musikalisch unterlegt wird er von der Farmhouse-Bluesband mit Mike Titre an der Gitarre und Toni Schreiber am Piano.

Besuchen Sie unser Portal für TV-Krimis unter www.noz.de/tatort

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