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Hunderte von Klicks Osnabrück: Pegida- und NoPegida-Gruppe auf Facebook gegründet

Von Sven Kienscherf | 10.01.2015, 14:57 Uhr

In Osnabrück hat sich am Donnerstag auf Facebook eine Pegida-Gruppe gegründet. Die Gegenreaktion ließ nicht lange auf sich warten. Auch eine Osnabrücker NoPegida-Seite gibt es seit Freitag.

Bis zum Sonntagnachmittag hatte die Pegida-Seite knapp 900 Gefällt-Mir-Angaben, die NoPegida-Seite zählte rund 4500.

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Am vergangenen Donnerstag wurde die Pegida-Seite freigeschaltet. Seitdem haben die Macher fleißig gepostet. Unter den Posts befinden sich Zitate islamkritischer Publizisten genauso wie Links zu verschiedenen Online-Artikeln. Zu finden sind auf der Seite aber auch Bilder, auf denen Muslime pauschal mit Nazis gleichgesetzt werden. Nichtsdestotrotz reklamiert Pegida Osnabrück unter dem Punkt „Info“ für sich Weltoffenheit. Dort ist zu lesen, dass jeder Mensch, egal welcher Nationalität oder Religion, bei Pegida willkommen sei.

In einem anderen Post wird Kanzlerin Angela Merkel die Beteiligung an einem nicht genannten Völkermord sowie politische Mitverantwortung an dem Anschlag von Oslo vorgeworfen. Gemeint ist das Attentat des Rechtsextremisten Anders Behring Breivik, der 2011 insgesamt 77 Menschen ermordete. Näher begründet wird Merkels angebliche Mitverantwortung nicht. Unsere Redaktion hat einige Fragen an die Pegida-Gruppe gemailt. Wir warten noch auf eine Rückmeldung.

Bisher keine Demonstrationen angekündigt

Die Gegenreaktion auf die Pegida-Seite kam prompt: Am Freitag ist eine NoPegida-Seite freigeschaltet worden. Deren Betreiber freuen sich, dass sie beim Rennen um die Gefällt-Mir-Angaben vorne liegen : „In weniger als 24 Stunden haben wir die eigentlichen ,Pegida-Osnabrück‘ in ,Gefällt-Mir-Klicks‘ überholt. Danke dafür! Der erste symbolische Sieg!“ In einem Post zu den Attentaten von Paris heißt es: „Nur weil die Täter ,Allahu Akbar‘ rufen, stehen sie noch lange nicht für den Islam. Pegida ruft ja auch ,Wir sind das Volk.‘“

Bisher sind von beiden Seiten keine Kundgebungen oder Demonstrationen angekündigt worden. Von der NoPegida-Gruppe heißt es auf Anfrage unserer Redaktion: „Wir sind von dem großen Ansturm zurzeit selbst überrascht. Uns freut das natürlich sehr.“ Demnächst wolle man sich zusammensetzen und weitere Schritte planen. Die Aktivisten schreiben in einer öffentlichen Stellungnahme , dass sich Pegida Osnabrück vergleichsweise bürgernah und liberal gebe. Das sei aber reine Tarnung. Die Thesen von Pegida seien islamophob und rassistisch.

 In Münster hat ein Pegida-Ableger für den 30. Januar eine Demonstration am Hauptbahnhof angekündigt. Angemeldet war die Demonstration bei der Polizei bis zum gestrigen Freitag aber nicht. Auf der Facebook-Seite von Müngida werden auch rechtsextreme Töne angeschlagen. Am vergangenen Montag waren in Münster 10.000 Menschen gegen Pegida auf die Straße gegangen. Es war eine der größten Kundgebungen ihrer Art in ganz Deutschland. Für den kommenden Montag haben Pegida-Anhänger und Gegner sich in Hannover angekündigt.