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Heiligabend steht vor der Tür Kein Weihnachtsterror in Osnabrücker Innenstadt

Von Markus Strothmann | 13.12.2014, 20:30 Uhr

Richtung Domvorplatz nimmt der Duft von Glühwein zu, in sämtlichen Schaufenstern prangen die Symbole des anstehenden Festes: Tannenbäume, Weihnachtskugeln, Sterne und alles, was sonst noch dazugehört. Der Weihnachtsterror à la „Kevin allein zu Haus“ mag anderswo Realität sein, in Osnabrück läuft das Ganze ziemlich beschwerdefrei ab.

Klar: Der Weihnachtsmarkt zieht zahlreiche Besucher an, viele kommen auch von weiter her. Aber noch gelangt man ohne viel Körpereinsatz gut durch die Fußgängerzone.

Neben Osnabrückern und Leuten aus dem Umland kommen besonders Holländer gern während der Adventszeit in die Stadt, um zu shoppen und den Weihnachtsmarkt zu besuchen. Denn in den Niederlanden sind Weihnachtsmärkte in der hier so beliebten Form nicht üblich - der hiesige ist vielen offenbar eine Reise wert. (Weihnachtsmarkttermine für die Region Osnabrück ››) 

Agnes und Chantal aus den Niederlanden etwa verbinden das Ganze mit einem Familienbesuch und sind mit Monique und Tochter Julia aus Bramsche am Samstag in der Innenstadt unterwegs. Um sich im Gewimmel nicht zu verlieren, tragen alle vier aussagekräftigen Kopfputz mit Elch- und Nikolausbesatz. Sie haben offensichtlich ihren Spaß, auch wenn sie schon ein ordentliches Weihnachtspensum absolviert haben „Letzte Woche waren wir in London. Da war noch etwas mehr los“, kommentiert Monique lakonisch die bisherige Leistung - man glaubt es gern, allerdings hat Englands Hauptstadt auch gut und gerne fünfzigmal soviele Einwohner wie die viertgrößte Stadt Niedersachsens.

„Die Kunden sind gut gelaunt und entspannt“

Das Weihnachtsgeschäft ist für große Teile des Einzelhandels ausschlaggebend für den Erfolg des Geschäftsjahres. Branchen wie Spielwaren-, Buch- und Textilhandel machen in der Vorweihnachtszeit mitunter zwischen 20 und 30 Prozent ihres Jahresumsatzes, wie die Geschäftsführerin des Handels- und Dienstleistungsverbandes Osnabrück-Emsland Katja Calic sagt. Wegen der frühlingshaften Temperaturen habe das Weihnachtsgeschäft dieses Jahr zwar später Fahrt aufgenommen als üblich, nämlich erst Anfang Dezember statt Mitte November. „Aber jetzt hat natürlich die superheiße Phase angefangen“, pünktlich zum dritten Adventssamstag sei die Innenstadt „rappelvoll“, der Termin bleibt wie gehabt einer der umsatzstärksten des Jahres. Ob das Niveau von 2013 gehalten werden kann, bleibt noch abzuwarten - die kommende Woche wird es zeigen.

Die Erreichbarkeit der Innenstadt gilt dabei als wichtiger Faktor, viele Händler sehen die Situation am Neumarkt als Nachteil. Katja Calic ist aber optimistisch und freut sich über die betriebsame, aber angenehme Atmospäre in der Stadt: „Die Kunden sind gut gelaunt und entspannt, von Weihnachtshektik ist noch nicht viel zu spüren“.

 Die besten Technikgeschenke zu Weihnachten ›› 

Die kommt aber mit Sicherheit, zumindest in Einzelfällen. Denn am Mittwoch, 24.12. brennt der Baum - wer sich einen unterhaltsamen Anblick gönnen will (und selbst schon alle Geschenke hat), der gehe am Heiligen Abend durch die Geschäfte der Osnabrücker Innenstadt: Eine perfekte Gelegenheit, um die Effekte klassischer Prokrastination hautnah zu erleben. Wer selbst schon einmal ein Dreiviertel-Stündchen Schlange gestanden hat, um in letzter Minute ein Rezeptbuch und einen Hundekalender für seine Lieben abzugreifen, weiß, wovon die Rede ist. (Weihnachten in der Region ››)