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Hagelüken löst Bünte ab Helpage Deutschland hat einen neuen Geschäftsführer

Von Rainer Lahmann-Lammert | 30.12.2016, 16:27 Uhr

Stabwechsel bei Helpage Deutschland: Stefan Hagelüken löst Michael Bünte als Geschäftsführer ab. Der 55-jährige Sozialarbeiter und Ethnologe war vorher für verschiedene Organisationen in der Entwicklungszusammenarbeit tätig, unter anderem bei World Vision und beim Roten Kreuz.

Hagelüken teilt sich die Geschäftsführung mit Lutz Hethey, der ebenso wie Michael Bünte zu den Mitbegründern von Helpage Deutschland gehört. Seinen fachlichen Schwerpunkt sieht der neue Mann in der karitativen Hilfe, der Katastrophenvorsorge, der Ernährungssicherung und der sozialen Sicherung von alten Menschen in unterentwickelten Regionen. Damit es einen nahtlosen Übergang gibt, arbeitet der gebürtige Hesse schon seit November in der Geschäftsstelle an der Arndtstraße mit.

Die Skepsis überwunden

Dass der deutsche Ableger von Helpage 2008 in Osnabrück gegründet wurde, ist kein Zufall. Die Idee, ein Hilfswerk auf die Beine zu stellen, das alte Menschen in den Blick nimmt, entstand im Umfeld des Kinderhilfswerks Terre des Hommes. Anfangs musste die neue Sektion die Skepsis der Londoner Zentrale überwinden, inzwischen hat der deutsche Zweig mit seinen Projekten internationale Anerkennung erworben.

Die Geschäftsstelle besteht aus zehn Beschäftigten, und das Budget von mittlerweile 3 Millionen Euro erlaubt eine wachsende Präsenz in mehreren Erdteilen. Einige Projekte werden gemeinsam mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) und dem Auswärtigen Amt organisiert. „Wir sind stark präsent in Afrika, in Pakistan und auf den Philippinen“, sagt der scheidende Geschäftsführer Michael Bünte (63). In den vergangenen zwei Jahren habe sich die Arbeit häufig auf das Thema Flucht konzentriert. In diesem Zusammenhang rücke etwa in den Fokus, dass Pakistan das Land mit den meisten internen Flüchtlingen sei.

Akteure stärken

Weltweit, so konstatieren Bünte und Hagelüken, seien gerade Ältere die Leidtragenden, wenn soziale Systeme nicht mehr funktionieren, wenn es zu Gewalt und Missbrauch komme. In Bangladesh und Tansania zahlt Helpage sogar kleine Renten an Menschen, die vom Staat nichts zu erwarten haben. Soziale Sicherung sei zwar Aufgabe des Staates, vermerkt Hagelüken, aber es gehe darum, Akteure zu stärken und Einfluss zu nehmen auf die staatlichen Organisationen.

Bei seinen Reisen zu Projekten hat der scheidende Geschäftsführer Michael Bünte zwar viel Leid gesehen, aber zugleich Begegnungen erlebt, aus denen er Optimismus schöpfen kann. „Die Alten sind die Knotenpunkte im sozialen Netz“, fasst er zusammen. In Afrika gebe es ganze Regionen, in denen Aids die mittlere Generation dahingerafft habe. Da sei es ein Lichtblick, dass die Hälfte der Aidswaisen von den Alten aufgezogen werde. Helpage hat einen Slogan daraus gemacht: „Jede Oma zählt!“